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  • Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch hat still und leise eine neue Einstellung scharfgeschaltet, die es in sich hat: Ab sofort darf Amazon Streams, VODs, Clips, Highlights, Chat-Nachrichten, Texte und Bilder von Streamer:innen nutzen, um seine generativen KI-Modelle zu trainieren. Das Beunruhigende daran: Die Option ist standardmäßig aktiviert. Wer das nicht will, muss selbst aktiv werden und widersprechen.

    Zu finden ist der Schalter in den Twitch-Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen, versteckt unter dem unscheinbaren Punkt „Training für generative KI“. Laut Berichten von TechCrunch kam die Änderung ohne nennenswerte Ankündigung oder Vorwarnung – viele Creator haben erst durch Community-Posts davon erfahren, nicht durch Twitch selbst.

    So versteckt Twitch die Opt-out-Option

    Der Weg zur Deaktivierung ist alles andere als offensichtlich: Statt einer prominenten Abfrage beim Login oder einer klaren Benachrichtigung müssen Streamer:innen aktiv in die Kontoeinstellungen wechseln, sich durch mehrere Menüebenen klicken und dort gezielt nach der KI-Trainings-Option suchen. Wer nicht ohnehin regelmäßig seine Privatsphäre-Einstellungen durchgeht, bekommt von der Umstellung vermutlich gar nichts mit.

    Und selbst wer den Schalter findet und deaktiviert, ist nicht komplett raus aus der Nummer: Laut Twitchs eigener Datenschutzerklärung gilt das Opt-out ausschließlich für das explizite KI-Training. Andere KI-gestützte Twitch-Features, die angeblich Wachstum und Monetarisierung von Streamer:innen unterstützen sollen, laufen davon komplett unabhängig weiter – ein Opt-out gibt es dafür nicht.

    Kein Einzelfall: Opt-out statt Opt-in ist mittlerweile Branchenstandard

    Twitch reiht sich damit in eine Liste großer Plattformen ein, die ihre Nutzer:innen in den vergangenen Jahren per stillschweigender Standardeinstellung zu KI-Trainingsdaten gemacht haben, statt vorher aktiv um Zustimmung zu fragen – Meta hat bei Facebook und Instagram in mehreren Regionen ähnlich verfahren, X (ehemals Twitter) nutzt Nutzerinhalte standardmäßig fürs Training seines KI-Modells Grok. Der Unterschied bei Twitch: Hier geht es nicht um private Nutzerposts, sondern um oft jahrelang aufgebaute, teils monetarisierte Streaming-Karrieren. Aus unserer Sicht ist genau das der wunde Punkt – Streamer:innen investieren Zeit, Persönlichkeit und Kreativität in ihren Content, und Amazon entscheidet per Default, dass davon munter mitgelernt werden darf.

    Was Streamer:innen jetzt tun sollten

    Wer nicht will, dass seine Streams als Trainingsmaterial für Amazons KI-Ambitionen landen, sollte zeitnah in die Sicherheitseinstellungen schauen und den Schalter bei „Training für generative KI“ manuell umlegen. Ein Automatismus oder eine nachträgliche Sammel-Deaktivierung für alle eigenen VODs gibt es nicht – die Einstellung wirkt nur für Inhalte ab dem Zeitpunkt der Umstellung, nicht rückwirkend für bereits hochgeladenen Content. Wer regelmäßig streamt, sollte den Haken also besser heute als morgen setzen.

    Quelle: TechCrunch, Kotaku

    Was haltet ihr von der versteckten Opt-out-Lösung – schon in den Einstellungen nachgeschaut? Schreibt’s uns in die Kommentare!

  • Amazon zieht sich aus dem MMO-Geschäft zurück – Lost Ark und Throne and Liberty gehen zurück an ihre Studios

    Amazon zieht sich aus dem MMO-Geschäft zurück – Lost Ark und Throne and Liberty gehen zurück an ihre Studios

    Amazon zieht einen deutlichen Schlussstrich unter sein MMO-Kapitel: Wie das Unternehmen und die beiden Entwicklerstudios am 12. August in abgestimmten Ankündigungen bestätigten, gibt Amazon Games die westliche Publishing-Verantwortung für Throne and Liberty und Lost Ark vollständig ab.

    Wer künftig übernimmt und wann

    Throne and Liberty geht an NC beziehungsweise dessen Tochterstudio FirstSpark Games, das den Live-Betrieb im Westen direkt übernehmen soll. Der Übergang ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt. Lost Ark wandert etwas später zurück: Ab Anfang 2027 übernimmt Original-Entwickler Smilegate wieder selbst das Ruder. Beide Studios hatten die Spiele ursprünglich entwickelt, Amazon war seit dem jeweiligen Westlaunch nur als Publisher an Bord.

    Was sich für Spieler ändert

    Bei Throne and Liberty soll laut aktuellem Stand vieles beim Alten bleiben, einzelne Detailfragen zur Umstellung will NC erst näher am eigentlichen Wechsel klären. Konkreter wird es bei Lost Ark: Hier bestätigt Amazon bereits jetzt, dass bestimmte Daten beim Wechsel zu Smilegate nicht übernommen werden – darunter Ingame-Mails, Freundeslisten-Notizen und Gruppennamen sowie Gilden-Spitznamen, Mitgliedernotizen und der komplette Chatverlauf. Spieler, die an solchen Verläufen hängen, sollten sich das rechtzeitig sichern beziehungsweise notieren, bevor die Migration ansteht.

    Der dritte MMO-Rückzug in Folge

    Für Amazon ist das kein Einzelfall, sondern der dritte grosse Rückzug aus dem MMO-Segment: Nach dem selbst entwickelten New World, das inzwischen ebenfalls deutlich reduziert weitergeführt wird, verabschiedet sich der Konzern nun auch als Publisher zweier der grössten koreanischen MMOs im Westen. Aus unserer Sicht zeigt das vor allem, wie schwer sich Amazon Games abseits von New World im Live-Service-Geschäft getan hat – die Massen an Spielern, die Lost Ark und Throne and Liberty zum Start anzogen, konnten offenbar nicht dauerhaft gehalten werden. Für die Community bedeutet der Wechsel zurück zu den Originalstudios aber nicht zwangsläufig etwas Schlechtes: Sowohl NC als auch Smilegate kennen ihre Spiele am besten und könnten künftig direkter auf Wünsche der Community reagieren, ohne den Umweg über einen externen Publisher.

    Quelle: VGC, PC Gamer

    Spielt ihr Lost Ark oder Throne and Liberty? Schreibt uns, ob ihr dem Wechsel zu den Originalstudios positiv entgegenseht!