Tag: Datenschutz

  • GTA 6: Discord meldet sich zu Take-Twos Leak-Subpoena zu Wort

    GTA 6: Discord meldet sich zu Take-Twos Leak-Subpoena zu Wort

    Im Rechtsstreit um die andauernden GTA 6-Leaks gibt es eine neue Wendung: Discord hat sich erstmals öffentlich zu der Subpoena geäußert, mit der Take-Two versucht, an die Identität des mutmaßlichen Leakers „Cyberleek“ zu kommen. Die klare Botschaft der Plattform: Bislang ist bei Discord noch gar nichts angekommen.

    Artwork zu Grand Theft Auto 6 im Kontext der andauernden Leak-Affäre und des Streits um die Take-Two-Subpoena
    Bildquelle: Eurogamer (eurogamer.net)

    Was hat Discord zur Subpoena von Take-Two gesagt?

    Discords Communications-Chef Ryan Rigney meldete sich am 24. August direkt auf X zu Wort und stellte klar: „Discord wurde bislang noch nicht mit einer Subpoena von Take-Two zugestellt. Wenn es soweit ist, werden wir Gültigkeit und Umfang prüfen, bevor wir reagieren.“ Damit widerspricht Discord indirekt dem Eindruck, der Konzern arbeite bereits aktiv an der Herausgabe von Nutzerdaten. Tatsächlich hatte Take-Two die Anträge erst am 20. August bei einem Bundesgericht im Südbezirk von New York eingereicht – gerichtet an Discord und Microsoft, nicht an eine einzelne Privatperson.

    Warum sorgt der Umfang der Anfrage für Kritik?

    Der eigentliche Streitpunkt ist weniger die Klage an sich, sondern ihr Ausmaß. Take-Two verlangt laut den eingereichten Unterlagen nicht nur Daten zu einem einzelnen Verdächtigen, sondern potenziell Konto-IDs, E-Mail-Adressen, IP-Adressen, Telefonnummern und verknüpfte Accounts wie Xbox- oder Google-Profile von allen Mitgliedern mehrerer betroffener Discord-Server. Genau das hat in der Community Sorgen ausgelöst: Wer in einem der genannten Server unterwegs war, könnte theoretisch ins Visier geraten, unabhängig davon, ob er selbst etwas mit den Leaks zu tun hatte. Discords Ankündigung, Umfang und Rechtmäßigkeit erst zu prüfen, lässt sich vor diesem Hintergrund auch als Signal an die eigene Nutzerbasis lesen, dass man Anfragen dieser Größenordnung nicht einfach durchwinkt.

    Szene aus einem der durchgesickerten GTA-6-Clips, die derzeit im Zentrum des Rechtsstreits zwischen Take-Two und dem Leaker stehen
    Bildquelle: Eurogamer (eurogamer.net)

    Wie ordnet sich das in die bisherige Leak-Affäre ein?

    Zur Erinnerung: Seit Wochen kursieren unter dem Namen „Cyberleek“ immer neue Gameplay-Schnipsel und Insider-Details zu GTA 6 im Netz, wie wir bereits berichtet haben, soll der Kopf dahinter offenbar aus Deutschland stammen. Ähnliche Fälle gab es in der Vergangenheit bereits bei GTA 5 und Cyberpunk 2077 – dort endeten die Verfahren meist mit Unterlassungserklärungen, sobald eine Identität feststand. Neu ist diesmal vor allem die Dimension der angefragten Daten: Noch nie hat ein Publisher im Rahmen einer Leak-Jagd derart breite Nutzerdaten von einer ganzen Plattform verlangt. Aus unserer Sicht zeigt gerade diese Reaktion von Discord, dass große Plattformen zunehmend selbstbewusster gegenüber Publisher-Anfragen auftreten, statt Daten reflexartig herauszugeben.

    Quelle: Eurogamer, Kotaku

    Was haltet ihr von der breit angelegten Datenanfrage – berechtigtes Interesse des Publishers oder Überreaktion auf Kosten der Privatsphäre unbeteiligter Nutzer? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

  • Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch hat still und leise eine neue Einstellung scharfgeschaltet, die es in sich hat: Ab sofort darf Amazon Streams, VODs, Clips, Highlights, Chat-Nachrichten, Texte und Bilder von Streamer:innen nutzen, um seine generativen KI-Modelle zu trainieren. Das Beunruhigende daran: Die Option ist standardmäßig aktiviert. Wer das nicht will, muss selbst aktiv werden und widersprechen.

    Zu finden ist der Schalter in den Twitch-Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen, versteckt unter dem unscheinbaren Punkt „Training für generative KI“. Laut Berichten von TechCrunch kam die Änderung ohne nennenswerte Ankündigung oder Vorwarnung – viele Creator haben erst durch Community-Posts davon erfahren, nicht durch Twitch selbst.

    So versteckt Twitch die Opt-out-Option

    Der Weg zur Deaktivierung ist alles andere als offensichtlich: Statt einer prominenten Abfrage beim Login oder einer klaren Benachrichtigung müssen Streamer:innen aktiv in die Kontoeinstellungen wechseln, sich durch mehrere Menüebenen klicken und dort gezielt nach der KI-Trainings-Option suchen. Wer nicht ohnehin regelmäßig seine Privatsphäre-Einstellungen durchgeht, bekommt von der Umstellung vermutlich gar nichts mit.

    Und selbst wer den Schalter findet und deaktiviert, ist nicht komplett raus aus der Nummer: Laut Twitchs eigener Datenschutzerklärung gilt das Opt-out ausschließlich für das explizite KI-Training. Andere KI-gestützte Twitch-Features, die angeblich Wachstum und Monetarisierung von Streamer:innen unterstützen sollen, laufen davon komplett unabhängig weiter – ein Opt-out gibt es dafür nicht.

    Kein Einzelfall: Opt-out statt Opt-in ist mittlerweile Branchenstandard

    Twitch reiht sich damit in eine Liste großer Plattformen ein, die ihre Nutzer:innen in den vergangenen Jahren per stillschweigender Standardeinstellung zu KI-Trainingsdaten gemacht haben, statt vorher aktiv um Zustimmung zu fragen – Meta hat bei Facebook und Instagram in mehreren Regionen ähnlich verfahren, X (ehemals Twitter) nutzt Nutzerinhalte standardmäßig fürs Training seines KI-Modells Grok. Der Unterschied bei Twitch: Hier geht es nicht um private Nutzerposts, sondern um oft jahrelang aufgebaute, teils monetarisierte Streaming-Karrieren. Aus unserer Sicht ist genau das der wunde Punkt – Streamer:innen investieren Zeit, Persönlichkeit und Kreativität in ihren Content, und Amazon entscheidet per Default, dass davon munter mitgelernt werden darf.

    Was Streamer:innen jetzt tun sollten

    Wer nicht will, dass seine Streams als Trainingsmaterial für Amazons KI-Ambitionen landen, sollte zeitnah in die Sicherheitseinstellungen schauen und den Schalter bei „Training für generative KI“ manuell umlegen. Ein Automatismus oder eine nachträgliche Sammel-Deaktivierung für alle eigenen VODs gibt es nicht – die Einstellung wirkt nur für Inhalte ab dem Zeitpunkt der Umstellung, nicht rückwirkend für bereits hochgeladenen Content. Wer regelmäßig streamt, sollte den Haken also besser heute als morgen setzen.

    Quelle: TechCrunch, Kotaku

    Was haltet ihr von der versteckten Opt-out-Lösung – schon in den Einstellungen nachgeschaut? Schreibt’s uns in die Kommentare!