Die Produktion lief längst, als die Nachricht kam: „Massive Effect: The BioWare Story“, eine kanadische Dokumentation über die Geschichte von BioWare, war laut Deadline schon rund zwei Jahre in der Mache, als Electronic Arts das Studio schloss. Jetzt wird aus dem Rückblick ein Abschiedsfilm. Laut PC Gamer soll er im kommenden Jahr, also 2027, erscheinen.
Regie führt Akash Sherman, der auch das Drehbuch schreibt. Für ihn sind die BioWare-Gründer „Helden meiner Heimatstadt“. Es sei ein Privileg und eine Verantwortung, den Weg dieser Underdogs zu erzählen, die zusammenfanden, um tief geliebte Geschichten zu erschaffen. Mit der Schließung sei der Film nun „ein tiefgründiger Abschied“ (im Original: „a profound valediction“).
Wer kommt in der BioWare-Doku zu Wort?
Die Gesprächspartner-Liste ist ein Who’s who der BioWare-Geschichte:
- Die Gründer: Ray Muzyka, Greg Zeschuk und Augustine Yip
- Entwickler: Casey Hudson, Mark Darrah, David Gaider, Drew Karpyshyn, Aaryn Flynn, Mac Walters, Trent Oster, James Ohlen und Caroline Livingstone
- Weitere Stimmen: Sprecherin Jennifer Hale, der frühere EA-CEO John Riccitello und Douglas Reilly, Vice President von Lucasfilm Games
Muzyka und Zeschuk haben sich außerdem gemeinsam geäußert. Als das Team um ihren Segen für die Geschichte gebeten habe, seien sie „geehrt und wirklich bewegt“ gewesen. BioWare sei nie nur ein Logo oder ein Gebäude gewesen, sondern es gehe um emotionale Geschichten und Charaktere, um die Teams, Partner und Fans, die diese Welten verteidigt und weitergetragen hätten. Ihr Schlusssatz: „Die besten Geschichten enden nie wirklich. Sie leben in unserer Erinnerung weiter und warten darauf, dass jemand sie wieder aufnimmt.“
Warum trifft dieser Abschied so hart?
Die Doku ist ein ungewöhnlicher Fall: Normalerweise entstehen solche Filme über Studios, deren Geschichte erzählt ist. Hier hat die Realität das Ende selbst geschrieben, während die Kameras noch liefen. Dass Gründer, spätere Chefentwickler, eine der bekanntesten Stimmen der Serie und ein Ex-EA-Boss vor derselben Kamera sitzen, verspricht einen seltenen Blick von allen Seiten, vom kleinen Underdog-Team bis zum Konzern, der am Ende den Stecker zog.
Für alle, die mit Mass Effect aufgewachsen sind, dürfte der Film deshalb mehr sein als Nostalgie. Das ist unsere Einschätzung, nicht belegt: Er könnte zum wichtigsten Dokument werden, das erklärt, was an diesem Studio so besonders war. Wie groß die Wut in der Branche ist, haben wir bereits beim Ärger von Warren Spector über das BioWare-Aus gezeigt, und auch die Fans machen mobil, etwa mit dem Save-Mass-Effect-Truck vor dem EA-Hauptquartier.
Gibt es noch Hoffnung für Mass Effect?
Ganz vorbei ist die Marke offenbar nicht. PC Gamer erwähnt, dass Komponist Sam Hulick eine neu vertonte Version des geleakten Trailers zu „Mass Effect Universe“ als eigenen Abschiedsgruß geteilt hat. Außerdem sei Amazons Mass-Effect-Serie dem Bericht zufolge offenbar weiterhin in Arbeit. Ob und wie es darüber hinaus weitergeht, ist offen. Einen genauen Starttermin für die Doku gibt es ebenfalls noch nicht, nur das Jahr 2027.
Quelle: PC Gamer (verweist auf Deadline)
Welche BioWare-Szene oder welchen Charakter würdet ihr in der Doku unbedingt sehen wollen?
