Tag: Gewerkschaft

  • EA: 18 Milliarden Dollar Schulden nach Mega-Übernahme heizen Entlassungs-Ängste an

    EA: 18 Milliarden Dollar Schulden nach Mega-Übernahme heizen Entlassungs-Ängste an

    Electronic Arts ist offiziell privat – und offenbar ziemlich klamm. Nach dem am 4. August 2026 abgeschlossenen Leveraged-Buyout im Wert von 55 Milliarden US-Dollar durch den saudischen Staatsfonds PIF, den Investor Silver Lake und Affinity Partners sitzt der Battlefield- und FC-Publisher plötzlich auf rund 18 Milliarden Dollar Schulden. Die Zinslast dafür: etwa 1,8 Milliarden Dollar pro Jahr.

    Wie kam es zu der Milliarden-Übernahme von EA?

    Der Deal gilt als einer der größten Leveraged-Buyouts der Firmengeschichte überhaupt. PIF, Silver Lake und Jared Kushners Affinity Partners hatten sich zusammengetan, um EA von der Börse zu nehmen und den Konzern künftig ohne den Quartalsdruck der Aktionäre zu führen. Auf der offiziellen EA-Webseite ändert sich für Spielerinnen und Spieler bislang wenig, doch intern rumort es bereits – wegen der frisch aufgenommenen Schuldenlast, die jetzt beglichen werden muss.

    Drohen EA jetzt neue Massenentlassungen?

    Laut Eurogamer plant EA rund 700 Millionen Dollar an Kosteneinsparungen, davon allein 170 Millionen Dollar durch sogenannte "organisatorische Effizienzen". Branchenexperten lesen diese Formulierung als Ankündigung bevorstehender Stellenstreichungen – ein Begriff, der in Unternehmenskommunikation traditionell als Umschreibung für Entlassungswellen dient. Die Gewerkschaft United Videogame Workers-CWA kritisiert die Pläne scharf und wirft dem Konzern vor, die Zeche für den Buyout auf dem Rücken der Belegschaft abzuladen.

    Einordnung: Ganz neu ist dieses Muster nicht. Erst kürzlich musste CD Projekt Red erneut Stellen beim Witcher-Multiplayer-Spin-off Project Sirius streichen, und auch bei Supermassive Games gab es bereits die dritte Entlassungswelle seit 2024. Die Jahre 2024 bis 2026 waren für die Spielebranche geprägt von Sparrunden, Restrukturierungen und genau solchen "Effizienz"-Ankündigungen – bei EA kommt nun aber die zusätzliche Dimension eines fremdfinanzierten Milliarden-Deals hinzu. Für Fans großer EA-Marken wie Battlefield, EA Sports FC oder Apex Legends ist das durchaus relevant, auch wenn aktuell kein einzelnes Studio namentlich genannt wird: Sinkende Entwicklungsbudgets und Personalabbau innerhalb des Konzerns sind angesichts der jährlichen Zinslast von 1,8 Milliarden Dollar kein rein theoretisches Risiko mehr. Ob und wie stark sich das auf Kreativität und Studio-Kultur bei EA auswirkt, muss sich erst noch zeigen – Grund zur Sorge besteht aus unserer Sicht aber durchaus.

    Die neuen Eigentümer positionieren sich öffentlich als Investoren mit langfristigem Horizont, was angesichts der enormen Schuldenlast zumindest erklärungsbedürftig wirkt. Wie EA das Spannungsfeld zwischen Renditedruck der neuen Eigentümer und kreativer Freiheit der Studios auflösen will, ließ der Konzern bislang offen.

    Quelle: Eurogamer

    Wir bleiben an dem Thema dran und melden uns, sobald EA offiziell zu den Sparplänen und möglichen Entlassungen Stellung nimmt.

  • Riesige aufblasbare Ratte crasht internes Preview zu Elder Scrolls 6

    Riesige aufblasbare Ratte crasht internes Preview zu Elder Scrolls 6

    Kurioser Kontrast bei Bethesda: Während Xbox-Chefin Asha Sharma in einem internen Preview The Elder Scrolls 6 als “unglaublich” bezeichnete, stellten gewerkschaftlich organisierte Mitarbeitende direkt vor dem Studio-Gebäude in Rockville, Maryland, eine riesige aufblasbare Ratte auf. Das Timing war kein Zufall, sondern ein bewusst platzierter Protest während des Konzern-Showcases.

    Berichten von Eurogamer und Video Games Chronicle zufolge sollte die Aktion auf anhaltenden Unmut über vorangegangene Entlassungswellen bei Bethesda aufmerksam machen. Die Botschaft: Große Ankündigungen zu einem der meisterwarteten Elder-Scrolls-Titel überhaupt sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass im selben Konzern Stellen abgebaut wurden.

    Warum ausgerechnet eine Ratte?

    Die aufblasbare Ratte ist in den USA ein jahrzehntealtes Protestsymbol der Gewerkschaftsbewegung. Sie wird traditionell vor Firmengebäuden aufgestellt, wenn Arbeitnehmervertretungen einem Unternehmen unfaires Verhalten gegenüber der Belegschaft vorwerfen wollen. Dass ausgerechnet vor einem internen Xbox-Termin zu einem der wichtigsten Rollenspiele der nächsten Jahre so ein Protest stattfand, zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Teilen der Bethesda-Belegschaft und der Konzernführung von Microsoft weiterhin ist.

    Kein Einzelfall bei Xbox-Studios

    Der Protest reiht sich in eine längere Serie von Spannungen zwischen Xbox-Studios und ihren Mitarbeitenden ein. Erst vor wenigen Tagen berichteten wir über Entlassungen bei Halo Studios nach dem Start von Campaign Evolved – ebenfalls ein Xbox-eigenes Studio. Die Ratte vor Bethesda zeigt: Das Thema Jobsicherheit beschäftigt die Belegschaft über einzelne Studios hinweg, während die Konzernspitze gleichzeitig neue Blockbuster wie Elder Scrolls 6 bewirbt.

    Für Spieler:innen ändert der Vorfall an sich erst einmal nichts an der Entwicklung von Elder Scrolls 6 – ein Erscheinungstermin wurde weiterhin nicht genannt. Aus unserer Sicht ist die Aktion aber ein bemerkenswertes Signal: Je näher große Xbox-Titel ihrer Enthüllung oder ihrem Release kommen, desto lauter werden offenbar auch die Stimmen aus der eigenen Belegschaft, die auf strukturelle Probleme hinweisen wollen. Das dürfte Microsoft in den kommenden Monaten weiter begleiten, gerade wenn TES6 offizieller vorgestellt wird.

    Quelle: Eurogamer, Video Games Chronicle

    Die riesige aufblasbare Gewerkschafts-Ratte vor dem Bethesda-Gebäude als Protestsymbol gegen Entlassungen
    Bildquelle: Eurogamer
    Bethesda-Mitarbeitende protestieren mit der aufblasbaren Ratte Scabby vor dem Studio während des internen TES6-Previews
    Bildquelle: Video Games Chronicle

    Was haltet ihr von der Aktion – berechtigter Protest oder unpassendes Timing? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

  • Rockstar-Belegschaft trifft erstmals offiziell auf das Management – das fordert die Gewerkschaft

    Rockstar-Belegschaft trifft erstmals offiziell auf das Management – das fordert die Gewerkschaft

    Während bei Rockstar Games die letzten Monate vor dem großen GTA 6-Launch im November laufen, bewegt sich hinter den Kulissen etwas Historisches: Die Rockstar Games Workers Union hat ihr erstes offizielles Treffen mit dem Studio-Management abgehalten. Organisiert ist die Gewerkschaft unter dem Dach der IWGB (Independent Workers’ Union of Great Britain) und gilt mit Mitgliedern in Edinburgh, Dundee, Lincoln, Leeds und London mittlerweile als größte Studio-Gewerkschaft Europas.

    Beim Treffen ging es der Belegschaft vor allem darum, eine gemeinsame Basis für weitere Verhandlungen zu schaffen. Das ist der Gewerkschaft nach eigenen Angaben gelungen: Man habe sich auf einen „Fahrplan für einen zügigen Verhandlungsprozess“ geeinigt. Auf den Tisch gelegt hat die Union dabei fünf zentrale Forderungen:

    • Ein Ende von unbezahltem Crunch – Überstunden sollen fair vergütet werden
    • Mehr Transparenz bei Bonuszahlungen und Gehaltsstrukturen
    • Mehr Flexibilität bei Homeoffice und Remote-Arbeit
    • Klarer Schutz der Arbeitsplätze vor Verdrängung durch KI-Systeme
    • Eine verbindliche Zusage gegen betriebsbedingte Entlassungen

    Rockstar selbst hat die Gewerkschaft bislang noch nicht formell anerkannt, welche konkrete Verhandlungseinheit (Bargaining Unit) am Ende zuständig sein wird, ist ebenfalls noch offen. Dass es überhaupt zu einem ersten gemeinsamen Termin kam, werten Gewerkschaftsvertreter dennoch als „Schritt in die richtige Richtung“.

    Brisant ist das Timing: Die Forderungen kommen nur wenige Monate vor dem Release von GTA 6, einem der am sehnlichsten erwarteten Spiele überhaupt. Genau in dieser heißen Entwicklungsphase gilt Crunch in der Branche traditionell als besonders verbreitet – die Gewerkschaft will mit dem Vorstoß offenbar verhindern, dass sich das beim größten Rockstar-Projekt aller Zeiten wiederholt.

    Wie es mit den Verhandlungen weitergeht und ob Rockstar der Union tatsächlich Zugeständnisse macht, ist aktuell noch offen. Wir bleiben dran.

    Quelle: PC Guide, GamesRadar+