Ein Wochenendprojekt, das zum Politikum wurde: Pierre-Louis Biojout, Gründer des Y-Combinator-Startups NanoCorp, hat per Vibe Coding ein Browser-Spiel namens Tenderloin Night Shift veröffentlicht. Es spielt im Tenderloin, einem Viertel von San Francisco, das für Obdachlosigkeit und offenen Drogenkonsum bekannt ist. Laut PC Gamer hagelte es Kritik von Anwohnern und Stadtpolitikern.
Worum geht es in Tenderloin Night Shift?
Biojout schrieb am 13. Oktober in einem inzwischen gelöschten X-Post, San Francisco habe das Tenderloin nicht in den Griff bekommen, deshalb habe er es „monetarisiert“ – als Zombie-Shooter im Call-of-Duty-Stil auf echten Straßen der Stadt. Mit In-Game-Werbung habe er schon 300 Dollar verdient. Laut Berichten des SF Chronicle und von KRON4 gehörten zu den „Zombies“ unter anderem ein gebückter Fentanyl-Konsument und ein schwarzer Sicherheitsmann.
Warum kritisieren Anwohner das Spiel?
Jennifer Friedenbach von der SF Coalition on Homelessness warf dem Entwickler vor, die Entmenschlichung überwiegend schwarzer und lateinamerikanischer Bewohner des ärmsten Viertels der Stadt zu vermarkten. Ein anderer Gründer schrieb, es gehe um Menschen in Sucht, nicht um Zombies. Biojout sagt, er habe nicht beabsichtigt, das Erschießen echter Menschen zu zeigen; auch Tech-Mitarbeiter kämen als Figuren vor. Das Spiel scheint von der NanoCorp-Website entfernt worden zu sein. Manche Kommentatoren feierten die Botschaft sogar.
Was bedeutet das für Vibe Coding in der Spielebranche?
Der Fall zeigt, wie schnell sich per KI ein veröffentlichungsreifes Spiel zusammenbauen lässt – samt Werbung und Monetarisierung, aber ohne redaktionelle oder ethische Prüfung. Aus unserer Sicht liegt das Problem weniger in der Technik als im fehlenden Fingerspitzengefühl. Ein ähnliches Thema hatten wir zuletzt bei der per Vibe Coding gebauten Epic-Launcher-Preview.
Quelle: PC Gamer
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