Tag: Künstliche Intelligenz

  • Rockstar bestätigt: GTA 6 kommt ohne Mikrotransaktionen, KI – und ohne echten Ego-Modus

    Rockstar bestätigt: GTA 6 kommt ohne Mikrotransaktionen, KI – und ohne echten Ego-Modus

    Rockstar Games hat bei einem Preview-Event mit den Content-Erstellern von Kinda Funny mehrere handfeste Aussagen zu GTA 6 gemacht – und die dürften vor allem all jene beruhigen, die sich vor einem Mikrotransaktionen-Ökosystem wie bei GTA Online gefürchtet haben.

    Laut Rob Nelson, Co-Studio-Head von Rockstar North, wird GTA 6 beim Launch am 19. November 2026 auf PS5 und Xbox Series X/S weder Echtgeld-Mikrotransaktionen noch generative KI in der Entwicklung enthalten. Die Aussage bezieht sich ausdrücklich auf den Story-Modus – zu GTA Online, dem Multiplayer-Ableger, der bei GTA 5 über Shark Cards zur wichtigsten Einnahmequelle des Publishers wurde, hat sich Rockstar bislang nicht geäußert.

    Offizielles GTA 6 Artwork mit Protagonisten der Spielwelt
    Bildquelle: GamePro (https://www.gamepro.de/artikel/gta-6-first-person-perspektive,3458760.html)

    Warum verzichtet Rockstar bei GTA 6 auf Mikrotransaktionen und KI?

    Nelson positioniert Rockstar damit bewusst gegen zwei Praktiken, die aktuell für den größten Ärger in der Branche sorgen: Lootboxen und Ingame-Käufe in Vollpreisspielen sowie KI-generierte Inhalte, die zuletzt bei mehreren Studios für Community-Kritik gesorgt haben. Für ein Spiel mit einem geschätzten Budget von über zwei Milliarden Dollar ist das eine bewusste Ansage – Rockstar will GTA 6 offenbar als reines Premium-Erlebnis verkaufen, ganz ohne die Monetarisierungs-Mechaniken, die GTA Online über ein Jahrzehnt geprägt haben.

    Bekommt GTA 6 einen echten Ego-Modus?

    Nein, zumindest nicht zum Launch. Rockstar bestätigte zudem, dass GTA 6 primär aus der Third-Person-Perspektive gespielt wird. Beim Zielen mit bestimmten Waffen ist zwar eine First-Person-Ansicht möglich, einen vollständigen Kamera-Toggle für die komplette Kampagne – wie ihn GTA 5 nachträglich per Update erhielt – wird es zum Start nicht geben.

    Historisch betrachtet ist das kein Beinbruch: Der waschechte Ego-Modus kam auch bei GTA 5 nicht zum Release, sondern erst rund anderthalb Jahre später als kostenloses Update für PS4, Xbox One und PC. Es ist also denkbar, dass Rockstar auch bei GTA 6 nachlegt, sobald das Spiel etabliert ist. Wer sich für die generelle spielerische Ausrichtung von GTA 6 interessiert, findet in unserer Analyse zur spielerischen Substanz von GTA 6 und in unserem Bericht zum Extended Look weitere Einordnungen.

    Aus unserer Sicht ist der Verzicht auf Mikrotransaktionen und KI im Story-Modus vor allem PR-technisch geschickt getimt: Gerade jetzt, wo Publisher wie Sony mit ihrer Preispolitik für Ärger sorgen, positioniert sich Rockstar als vermeintlich spielerfreundliche Alternative. Ob dieses Versprechen auch für GTA Online gilt, bleibt die eigentlich spannende Frage – und die hat Rockstar wohlweislich offengelassen.

    Quelle: IGN, GamePro

    Was haltet ihr von Rockstars Ansage – reiner Marketing-Move oder ehrliches Versprechen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

  • Nach dem Saber-Interactive-Eklat: Warum KI-generierte Dialoge die Branche weiter spalten

    Nach dem Saber-Interactive-Eklat: Warum KI-generierte Dialoge die Branche weiter spalten

    Der Ärger um Rideshare “Stimulator” von Saber Interactive ist noch nicht vorbei. Nachdem Ex-Autorin Stella Sacco öffentlich behauptet hatte, sie sei durch ChatGPT ersetzt worden, meldet sich jetzt PC Gamer mit einem scharfen Kommentar zu Wort: Studiochefs, die auf KI-generierte NPCs und Dialoge setzen, würden ihr Publikum unterschätzen – und sollten das nicht auch noch beweisen, indem sie schlechte KI-Texte abliefern.

    Was ist beim Streit um Saber Interactive eigentlich passiert?

    Sacco erklärte auf Bluesky, sie sei vom Projekt abgezogen worden, damit ein KI-Tool die restlichen Fahrer-Fahrgast-Dialoge des Spiels schreibt. Saber Interactive bestreitet, sie deswegen ersetzt zu haben, räumt aber ein, für das “experimentelle” Nebenmodus-Feature tatsächlich KI-gestützte Texte zu nutzen – mit der Begründung, die Zahl möglicher Fahrgäste sei praktisch unbegrenzt und von Menschen allein nicht zu schreiben. CEO Matt Karch reagierte auf die Vorwürfe ungewöhnlich kämpferisch: In einem öffentlichen Statement fragte er sinngemäß “Stella who?” und erklärte, er habe für seine Antwort selbst eine KI zurate gezogen, weil er die Autorin nie persönlich getroffen habe.

    Warum sorgt der Fall jetzt für eine branchenweite Debatte?

    Genau dieser Ton ist es, an dem sich PC Gamer stört: Der Kommentar wirft Studiochefs vor, KI-Schreibwerkzeuge als Kostenfrage zu behandeln und dabei zu ignorieren, dass Spielerinnen und Spieler den Unterschied zwischen handgeschriebenen und generierten Dialogen sehr wohl bemerken. Über unseren Bericht zum verpflichtenden KI-Label, das Saber Interactive inzwischen auf der Steam-Seite des Spiels führen muss, hatten wir bereits berichtet. Neu ist jetzt vor allem die Zuspitzung: Der Fall wird zum Aufhänger für eine größere Debatte, wie offen Studios mit KI-Einsatz in Dialogen und NPC-Texten umgehen sollten – ein Thema, das durch ähnliche Ankündigungen etwa zu generativen “Neo-NPCs” bei anderen großen Publishern zusätzlich befeuert wird.

    Aus unserer Sicht zeigt der Fall vor allem eins: Nicht die Technologie selbst ist das Problem, sondern der fehlende Umgang der Branche mit Transparenz. Ein Studio, das offen kommuniziert, wo und warum KI zum Einsatz kommt, erntet deutlich weniger Gegenwind als eines, das nach Kritik erst dementiert und dann kämpferisch zurückschießt.

    Quelle: PC Gamer, PC Gamer (CEO-Statement)

    Wie steht ihr zu KI-generierten Dialogen in Spielen – akzeptabler Werkzeugkasten oder Grund zur Sorge? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

  • Saber Interactive: Nach KI-Eklat mit Ex-Autorin kommt das AI-Label auf Steam

    Saber Interactive: Nach KI-Eklat mit Ex-Autorin kommt das AI-Label auf Steam

    Bei Saber Interactive, dem Studio, das mit Space Marine 2 zuletzt für Furore sorgte, brodelt es gerade gewaltig. Grund ist ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen CEO Matt Karch und der ehemaligen Lead-Writerin Stella Sacco – und der hat jetzt handfeste Folgen für das kommende Fahrsimulations-Spiel Rideshare “Stimulator”.

    Sacco wirft dem Studio vor, sie im Laufe der Entwicklung schrittweise durch ChatGPT ersetzt zu haben, ohne das auf der Steam-Seite des Spiels offenzulegen. Ihr Vorwurf im Kern: Ein Großteil der Dialoge und Charaktertexte, an denen sie ursprünglich gearbeitet hat, sei später von einer KI umgeschrieben oder ergänzt worden – ohne dass Kundinnen und Kunden davon erfahren, wenn sie das Spiel kaufen.

    Was hat Saber-CEO Matt Karch zu den Vorwürfen gesagt?

    Karch bestritt öffentlich, Sacco direkt durch eine KI ersetzt zu haben – trat der Eskalation damit aber nicht entgegen, im Gegenteil. Wörtlich sagte er laut übereinstimmenden Berichten von IGN und Eurogamer, er wäre im Nachhinein “froh gewesen”, sie durch AI zu ersetzen. Ein Satz, der die Wogen erst richtig hochschlagen ließ: Statt den Streit zu beruhigen, goss Karch damit Öl ins Feuer und lieferte Sacco und der Community neue Munition.

    Bekommt Rideshare Stimulator jetzt ein KI-Label auf Steam?

    Ja. Nach dem öffentlichen Schlagabtausch hat Saber Interactive angekündigt, die Steam-Seite von Rideshare “Stimulator” nachträglich mit einem korrekten AI-disclosure-Label zu versehen. Steam schreibt Studios über die Content Survey von Valve vor, KI-generierte Inhalte, die im fertigen Spiel oder auf der Store-Seite landen, explizit zu kennzeichnen. Bislang fehlte dieser Hinweis bei Rideshare “Stimulator” offenbar – ein Punkt, den Sacco als zentralen Kritikpunkt anführte.

    Einordnung: Der Fall reiht sich in eine Debatte ein, die die Spielebranche seit Monaten begleitet: Wo hört der sinnvolle Einsatz von KI-Werkzeugen auf, und wo beginnt der stille Austausch kreativer Arbeit gegen billigere Automatisierung? Dass ausgerechnet ein Studio wie Saber Interactive, das mit Space Marine 2 zuletzt einen waschechten Millionen-Hit gelandet hat, wegen eines vergleichsweise kleinen Nebenprojekts in die Schlagzeilen gerät, zeigt, wie sensibel das Thema mittlerweile ist. Karchs Aussage dürfte dabei kaum als Zufall durchgehen – sie liefert Kritikerinnen und Kritikern der Branche ein Paradebeispiel dafür, wie wenig Wertschätzung kreative Arbeit in manchen Chefetagen offenbar noch genießt, selbst wenn das Studio öffentlich zurückrudert.

    Für Spielerinnen und Spieler bedeutet die Ankündigung erstmal vor allem eines: mehr Transparenz beim nächsten Blick auf die Store-Seite von Rideshare “Stimulator” – und ein Präzedenzfall, an dem sich andere Studios in ähnlichen Situationen künftig messen lassen müssen.

    Quelle: IGN, Eurogamer

    Was haltet ihr von Karchs Aussage – Ausrutscher oder ehrliche Meinung? Schreibt’s uns in die Kommentare!

  • Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch schaltet KI-Training mit Streamer-Content standardmäßig ein – Opt-out ist Pflicht

    Twitch hat still und leise eine neue Einstellung scharfgeschaltet, die es in sich hat: Ab sofort darf Amazon Streams, VODs, Clips, Highlights, Chat-Nachrichten, Texte und Bilder von Streamer:innen nutzen, um seine generativen KI-Modelle zu trainieren. Das Beunruhigende daran: Die Option ist standardmäßig aktiviert. Wer das nicht will, muss selbst aktiv werden und widersprechen.

    Zu finden ist der Schalter in den Twitch-Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen, versteckt unter dem unscheinbaren Punkt „Training für generative KI“. Laut Berichten von TechCrunch kam die Änderung ohne nennenswerte Ankündigung oder Vorwarnung – viele Creator haben erst durch Community-Posts davon erfahren, nicht durch Twitch selbst.

    So versteckt Twitch die Opt-out-Option

    Der Weg zur Deaktivierung ist alles andere als offensichtlich: Statt einer prominenten Abfrage beim Login oder einer klaren Benachrichtigung müssen Streamer:innen aktiv in die Kontoeinstellungen wechseln, sich durch mehrere Menüebenen klicken und dort gezielt nach der KI-Trainings-Option suchen. Wer nicht ohnehin regelmäßig seine Privatsphäre-Einstellungen durchgeht, bekommt von der Umstellung vermutlich gar nichts mit.

    Und selbst wer den Schalter findet und deaktiviert, ist nicht komplett raus aus der Nummer: Laut Twitchs eigener Datenschutzerklärung gilt das Opt-out ausschließlich für das explizite KI-Training. Andere KI-gestützte Twitch-Features, die angeblich Wachstum und Monetarisierung von Streamer:innen unterstützen sollen, laufen davon komplett unabhängig weiter – ein Opt-out gibt es dafür nicht.

    Kein Einzelfall: Opt-out statt Opt-in ist mittlerweile Branchenstandard

    Twitch reiht sich damit in eine Liste großer Plattformen ein, die ihre Nutzer:innen in den vergangenen Jahren per stillschweigender Standardeinstellung zu KI-Trainingsdaten gemacht haben, statt vorher aktiv um Zustimmung zu fragen – Meta hat bei Facebook und Instagram in mehreren Regionen ähnlich verfahren, X (ehemals Twitter) nutzt Nutzerinhalte standardmäßig fürs Training seines KI-Modells Grok. Der Unterschied bei Twitch: Hier geht es nicht um private Nutzerposts, sondern um oft jahrelang aufgebaute, teils monetarisierte Streaming-Karrieren. Aus unserer Sicht ist genau das der wunde Punkt – Streamer:innen investieren Zeit, Persönlichkeit und Kreativität in ihren Content, und Amazon entscheidet per Default, dass davon munter mitgelernt werden darf.

    Was Streamer:innen jetzt tun sollten

    Wer nicht will, dass seine Streams als Trainingsmaterial für Amazons KI-Ambitionen landen, sollte zeitnah in die Sicherheitseinstellungen schauen und den Schalter bei „Training für generative KI“ manuell umlegen. Ein Automatismus oder eine nachträgliche Sammel-Deaktivierung für alle eigenen VODs gibt es nicht – die Einstellung wirkt nur für Inhalte ab dem Zeitpunkt der Umstellung, nicht rückwirkend für bereits hochgeladenen Content. Wer regelmäßig streamt, sollte den Haken also besser heute als morgen setzen.

    Quelle: TechCrunch, Kotaku

    Was haltet ihr von der versteckten Opt-out-Lösung – schon in den Einstellungen nachgeschaut? Schreibt’s uns in die Kommentare!