Bei Marvel Tōkon: Fighting Souls sorgt ausgerechnet die illegale Szene für Aufsehen: Berichten zufolge läuft eine gecrackte, DRM-freie Version des Spiels auf dem PC deutlich flüssiger als die offizielle, gekaufte Steam-Fassung. Grund soll der Kopierschutz Theia sein, der im Gegensatz zu klassischen Lösungen wie Denuvo nicht nur beim Start prüft, sondern das Spiel dauerhaft in kleinen Datenblöcken live ver- und entschlüsselt – und dabei spürbar Leistung frisst. Zusätzlich sorgt eine PSN-Verknüpfungspflicht dafür, dass das Spiel in über 130 Ländern gar nicht erst spielbar ist.
Das am 6. August 2026 von PlayStation Studios und Arc System Works veröffentlichte 4v4-Team-Kampfspiel mit 20 Marvel-Charakteren im anime-inspirierten Artstyle kämpft seit Release mit handfesten technischen Problemen. Spieler berichten in den Steam-Foren übereinstimmend von Framerate-Einbrüchen auf rund 45 FPS, während die inoffizielle Cracked-Version selbst bei mittleren Einstellungen stabile 60 FPS bei nur 40 bis 50 Prozent CPU- und GPU-Auslastung erreicht. Als Mitverursacher gilt neben Theia auch der Anti-Cheat-Unterbau Easy Anti-Cheat in Kombination mit Hintergrundprozessen der PlayStation-Network-Integration – Prozesse, die in der geknackten Version schlicht fehlen.
Warum läuft die illegale Version flüssiger als das Original?
Der Kopierschutz Theia arbeitet fundamental anders als etwa Denuvo: Statt nur eine Lizenzprüfung beim Programmstart durchzuführen, ver- und entschlüsselt er das Spiel fortlaufend in 64-Kilobyte-Blöcken auf einem einzelnen CPU-Kern. Dieser ständige Zusatzaufwand belastet vor allem ältere oder mittelklassige Prozessoren, während die Grafikleistung durch die zusätzliche Anti-Cheat- und PSN-Hintergrundlast weiter gedrosselt wird. In der DRM-freien Cracked-Version entfallen all diese Systeme, wodurch laut Community-Berichten die CPU-Last um rund die Hälfte sinkt.

Warum ist das Spiel in über 130 Ländern nicht spielbar?
Marvel Tōkon: Fighting Souls verlangt zwingend eine Verknüpfung mit einem PlayStation-Network-Account, selbst für die reine PC-Version. Da PSN in mehr als 130 Ländern offiziell gar nicht verfügbar ist, können Spieler dort weder einen Account anlegen noch verknüpfen – das Spiel bleibt für sie faktisch unspielbar, selbst wenn sie es regulär im Handel oder auf Steam erwerben. Betroffen sind unter anderem Länder wie Georgien, die Dominikanische Republik, Jamaika oder die Philippinen. Die Situation erinnert stark an die PSN-Kontroverse rund um Helldivers 2 im Jahr 2024, bei der Sony die verpflichtende Kontoverknüpfung nach massivem Spielerprotest zurückziehen musste.
Für Marvel-Tōkon-Spieler bedeutet das aktuell vor allem eines: Wer unter Performance-Problemen leidet, sollte auf das angekündigte Update warten, statt vorschnell zu Cracks zu greifen, die neben rechtlichen Risiken auch keinerlei Online-Funktionen wie Matchmaking oder Ranglisten bieten. Aus unserer Sicht zeigt der Fall exemplarisch, wie stark aggressive Kopierschutzsysteme und Account-Zwänge inzwischen die eigentliche Spielerfahrung zahlender Kunden beeinträchtigen können – ein Trend, der zuletzt bei mehreren Live-Service-Titeln für Diskussionen gesorgt hat.
Die Entwickler von Arc System Works haben am 19. August 2026 ein Update angekündigt, das noch diese Woche für PC und PS5 ausgeliefert werden soll. Geplant sind unter anderem:
- Verbessertes Matchmaking, damit Spieler zuverlässiger in Matches finden
- Anpassungen an Kampf- und Gameplay-Mechaniken
- Fixes für Speicherstände, Einstellungen und Replays
- Korrekturen an Ranglisten und der Erfolge-Anzeige
- Allgemeine Stabilitäts- und UI-Verbesserungen sowie Fixes an Missionen und Episoden
Ob das Update auch direkt an der DRM- und Anti-Cheat-Performance ansetzt, ist bislang nicht offiziell bestätigt worden.
Quelle: WCCFTech, EventHubs, Kotaku
Habt ihr selbst mit Performance-Problemen bei Marvel Tōkon: Fighting Souls zu kämpfen? Schreibt es uns in die Kommentare.

