Tag: Publisher

  • Tim Schafer nach Xbox-Split: “Irgendjemand ist einfach gierig”

    Tim Schafer nach Xbox-Split: “Irgendjemand ist einfach gierig”

    Tim Schafer platzt der Kragen. Der Double-Fine-Gründer hat sich nach der Trennung seines Studios von Xbox öffentlich zur aktuellen Krise der Spielebranche geäußert – und macht dafür vor allem eines verantwortlich: Gier bei den großen Publishern.

    Was hat Tim Schafer über die Branche gesagt?

    In einem Interview wurde Schafer gefragt, ob sich die Wirtschaft der Spielebranche in den letzten Jahren grundlegend verändert habe. Seine Antwort fiel ungewohnt direkt aus: Die Leute würden Spiele spielen, Firmen würden weiterhin Geld verdienen – trotzdem rollten immer neue Entlassungswellen durch die Branche. Er könne sich das nur so erklären, dass irgendwo irgendjemand gierig sei. Namen nennt Schafer nicht, doch die Spitze in Richtung großer Publisher und Konzerne ist kaum zu übersehen.

    Wie kam es zum Split zwischen Double Fine und Xbox?

    Double Fine gehörte seit der Übernahme 2019 zu Xbox Game Studios. Schafer zufolge erfuhr sein Team zunächst nur aus Online-Gerüchten, dass Microsoft über eine mögliche Schließung des Studios nachdachte. Die Gerüchte bestätigten sich – doch statt der Schließung verhandelte Double Fine seine Rückkehr in die Unabhängigkeit. Im Juli 2026 wurde der Deal bekannt, gemeinsam mit dem “South of Midnight”-Studio Compulsion Games durfte man Xbox verlassen und dabei die eigenen Spiele und Marken behalten. Der Preis dafür war hoch: Kurz nach dem Split musste Double Fine rund 23 Mitarbeitende entlassen, etwa ein Viertel der Belegschaft. Nur so lasse sich eine Studiogröße erreichen, die man sich als unabhängiges Team auch leisten könne, erklärte Schafer damals.

    Warum steht Xbox aktuell so stark in der Kritik?

    Der Fall Double Fine ist nur ein Baustein in einem deutlich größeren Bild. Xbox hat 2026 einen harten Sparkurs eingeschlagen, der laut eigenen Zielen bis zu 3.200 Stellen kosten soll – dieses Ziel droht man aber sogar zu verfehlen, wie zuletzt berichtet wurde. Besonders hart traf es zuletzt das Age-of-Empires-Studio World’s Edge, das nach der Restrukturierung fast die Hälfte seiner Belegschaft verlor. Vor diesem Hintergrund wirken Schafers Worte weniger wie eine spontane Einzelmeinung, sondern eher wie eine Zusammenfassung dessen, was aktuell viele Entwicklerinnen und Entwickler bei Xbox und darüber hinaus denken.

    Aus unserer Sicht trifft Schafer damit einen wunden Punkt. Die Branche als Ganzes macht weiterhin Milliardenumsätze, während gleichzeitig ganze Teams abgebaut werden – dieser Widerspruch lässt sich kaum wegdiskutieren. Dass ausgerechnet ein Branchenveteran wie Schafer, der seinen eigenen Job fast verloren hätte, das offen ausspricht, macht die Aussage nur glaubwürdiger. Vertrauen in Publisher-Zusagen dürfte dadurch nicht gerade wachsen.

    Offizielles Schlüsselbild von Kiln, dem aktuellen Spiel von Double Fine, mit tanzenden Tongefäß-Figuren
    Double Fine bringt mit Kiln aktuell ein eigenes Spiel über Xbox Game Pass heraus – trotz der turbulenten Trennung vom Konzern. Bildquelle: Double Fine Productions

    Quelle: Eurogamer

    Was haltet ihr von Schafers Aussage – trifft er den Nagel auf den Kopf oder macht er es sich zu einfach? Schreibt es uns in die Kommentare!

  • Publisher-Unmut über Sony: Der Streit um das Ende physischer PS5-Spiele eskaliert

    Publisher-Unmut über Sony: Der Streit um das Ende physischer PS5-Spiele eskaliert

    Sonys Pläne, physische Disc-Spiele für die PS5 bis 2028 auslaufen zu lassen, sorgen offenbar nicht nur bei Spielerinnen und Spielern für Unmut – auch hinter den Kulissen der Branche soll der Frust wachsen. Laut mehreren Berichten kritisieren Publisher intern zunehmend, wie Sony mit dem Thema kommuniziert.

    Was wirft die Spielebranche Sony konkret vor?

    Laut einem Bericht von Destructoid, der sich auf Branchenquellen beruft, sollen Third-Party-Publisher zunehmend genervt von Sonys zurückhaltender und teils widersprüchlicher Kommunikation rund um das Ende physischer Discs sein. Konkret geht es dabei nicht nur um das “Ob”, sondern vor allem um das “Wann” und “Wie” – viele Studios planen ihre Produktions- und Vertriebsketten für physische Kopien langfristig und brauchen dafür klare Ansagen, die von Sony bislang ausbleiben sollen.

    Warum ist der Zeitpunkt der Kritik gerade jetzt so brisant?

    Bereits auf der Gamescom wurde die Debatte deutlich lauter, wie Push Square berichtet. Seitdem soll das Thema Sonys eigene Kommunikationsstrategie spürbar beeinflussen – ein Zeichen dafür, dass der Druck aus der Branche durchaus ankommt. Das Timing ist auch deshalb heikel, weil Sony sich gleichzeitig in einem laufenden Rechtsstreit rund um digitale Spielerechte verteidigen muss.

    Genau hier schliesst sich ein Kreis: Erst vor Kurzem hatte Sony vor Gericht argumentiert, “vernünftige Konsumenten” wüssten längst, dass sie digitale Spiele gar nicht wirklich besitzen, sondern nur eine Lizenz erwerben – mehr dazu in unserem Bericht zum PlayStation-Rechtsstreit. Dass Sony nun ausgerechnet parallel dazu den physischen Vertriebsweg zurückfährt, verschärft aus Sicht vieler Publisher die Wahrnehmung, dass Spieler künftig noch weniger echte Kontrolle über ihre gekauften Spiele haben.

    Was bedeutet das für PS5-Spieler?

    Kurzfristig ändert sich für Käuferinnen und Käufer nichts – physische PS5-Spiele bleiben bis 2028 verfügbar. Wer aber weiterhin Wert auf eine physische Sammlung legt, sollte die Entwicklung im Auge behalten: Je lauter der Unmut bei Publishern wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Sonys Zeitplan oder die konkrete Umsetzung noch einmal ändert, bevor die Umstellung tatsächlich vollzogen wird.

    PS5-Spiele auf physischen Blu-ray-Discs im Regal
    Bildquelle: Push Square (https://www.pushsquare.com/news/2026/09/theres-a-lot-of-resentment-for-sony-sources-go-back-and-forth-on-publisher-backlash-to-ps5-physical-discs)

    Quelle: Destructoid, Push Square

    Wie steht ihr zum Ende physischer PS5-Spiele – ist euch das egal oder ein echtes Ärgernis? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

  • EA wird heute privat: PIF-Konsortium besiegelt 55-Milliarden-Dollar-Übernahme

    EA wird heute privat: PIF-Konsortium besiegelt 55-Milliarden-Dollar-Übernahme

    Electronic Arts gehört heute offiziell nicht mehr sich selbst: Nach dem Börsenschluss in den USA wird der 55-Milliarden-Dollar-Deal besiegelt, mit dem ein Konsortium um den saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) den Battlefield– und FIFA-Publisher übernimmt. Damit endet für EA eine 37 Jahre lange Geschichte als börsennotiertes Unternehmen – und beginnt ein neues, nicht unumstrittenes Kapitel.

    Wer hinter dem 55-Milliarden-Dollar-Deal steckt

    Der Deal war bereits im September 2025 verkündet worden, brauchte aber Monate für die regulatorischen Freigaben. Erst Ende Juli 2026 lagen alle nötigen Genehmigungen vor, darunter auch das grüne Licht der EU-Kommission am 23. Juli. Die Aufteilung der neuen, privaten EA sieht so aus:

    • Public Investment Fund (PIF, Saudi-Arabien): rund 93,4 Prozent der Anteile
    • Silver Lake Group: rund 5,5 Prozent der Anteile
    • Affinity Partners (Investmentfirma von Jared Kushner): rund 1,1 Prozent der Anteile
    • EA-Aktionäre erhalten 210 US-Dollar in bar je Aktie
    • Andrew Wilson bleibt CEO, der Hauptsitz bleibt in Redwood City, Kalifornien

    Mit 55 Milliarden Dollar ist es der größte Leveraged Buyout der Geschichte – noch vor der Übernahme von TXU Energy 2007. Der PIF war schon vorher als Investor im Gaming-Sektor aktiv, unter anderem bei Nintendo, Take-Two und Activision Blizzard, hält an EA künftig aber erstmals eine derart dominante Mehrheit.

    Was das für Andrew Wilson und die Community bedeutet

    Brisant wird der Deal vor allem im Zusammenspiel mit einer Zahl, über die wir erst vor wenigen Tagen berichtet haben: CEO Andrew Wilson kassierte im vergangenen Geschäftsjahr 38,6 Millionen Dollar – im selben Jahr, in dem EA Teile der Battlefield- und Skate-Teams entließ. Durch die Übernahme greift nun offenbar eine zusätzliche Klausel: Sollte Wilson im Zuge des Eigentümerwechsels aus dem Unternehmen gedrängt werden, könnte er einem Bericht zufolge zusätzlich bis zu 125 Millionen Dollar erhalten. Für viele Angestellte, die zeitgleich um ihre Jobs bangen mussten, ist das ein bitterer Kontrast.

    In der Community sorgt vor allem die Rolle des PIF für Diskussionen. Kritiker verweisen auf die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien und befürchten, dass ein staatlich gelenkter Großinvestor EAs ohnehin schon starken Fokus auf Live-Service-Titel wie EA Sports FC und Battlefield weiter verstärken könnte. Befürworter halten dagegen, dass sich am Tagesgeschäft und an den laufenden Spielen kurzfristig wenig ändert, da Wilson und das bestehende Management-Team im Amt bleiben. Aus unserer Sicht lohnt sich für Spieler ein nüchterner Blick: Governance-Fragen bei einem derart großen Deal sind berechtigt, doch ob sich die Übernahme tatsächlich auf Preise, Monetarisierung oder Studio-Entscheidungen bei Battlefield 6 auswirkt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

    Quelle: WCCFTech, GamesReviews.com

    Was haltet ihr von der Saudi-Übernahme bei EA – Randnotiz fürs Business oder echtes Warnsignal für die Zukunft von Battlefield und Co.? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

  • EU winkt durch: 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts nimmt letzte Hürde

    EU winkt durch: 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts nimmt letzte Hürde

    Der größte Deal, den die Gaming-Branche je gesehen hat, ist einen entscheidenden Schritt weiter. Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Electronic Arts durch ein Konsortium rund um Saudi-Arabiens Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) kartellrechtlich freigegeben. Begründung der Behörde: Der Deal wirft keine relevanten Wettbewerbsbedenken auf.

    Zur Erinnerung: EA hatte der Übernahme bereits im vergangenen September zugestimmt. Neben dem PIF sind auch die Investmentfirma Silver Lake und Affinity Partners, das Investmentvehikel von Jared Kushner, an dem Konsortium beteiligt. Nach Abschluss des Deals soll der PIF rund 93,4 Prozent an EA halten. Macht man den Deal an Zahlen fest, wird schnell klar, warum er branchenweit für so viel Aufsehen sorgt: Mit rund 55 Milliarden US-Dollar ist es der bislang größte fremdfinanzierte Firmenkauf (Leveraged Buyout) überhaupt, nicht nur in der Spielebranche.

    Ganz durch ist der Deal aber noch nicht. Neben der jetzt erteilten Kartellfreigabe läuft aktuell noch eine separate Prüfung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen, die klären soll, ob staatliche Gelder aus Nicht-EU-Ländern den fairen Wettbewerb verzerren könnten. Eine Entscheidung dazu wird bis zum 30. Juli erwartet. Erst wenn auch diese Hürde genommen ist, kann der Verkauf final abgeschlossen werden.

    Für Spielerinnen und Spieler dürfte vor allem die Frage interessant sein, was der neue saudische Mehrheitseigentümer für Marken wie EA Sports FC, Battlefield oder Apex Legends bedeutet. Offiziell betont EA, dass sich am operativen Geschäft und an der Studiostruktur zunächst nichts ändern soll. Kritiker sehen den Deal dennoch skeptisch: Saudi-Arabiens Investitionen in die Gaming-Branche stehen seit Jahren in der Kritik, weil dem Königreich Menschenrechtsverletzungen und sogenanntes „Sportswashing“ vorgeworfen werden, bei dem milliardenschwere Investments genutzt werden sollen, um das internationale Image des Landes aufzupolieren.

    Wir bleiben an der Sache dran und melden uns, sobald auch die Subventionsprüfung der EU abgeschlossen ist und der Deal endgültig über die Bühne geht.

    Quelle: GamesRadar+, Game Developer