Tag: Rechtsstreit

  • PlayStation-Rechtsstreit: Sony sagt, “vernünftige Konsumenten” wüssten, dass sie digitale Spiele nicht besitzen

    PlayStation-Rechtsstreit: Sony sagt, “vernünftige Konsumenten” wüssten, dass sie digitale Spiele nicht besitzen

    Der Streit um digitalen Spielebesitz auf PlayStation geht in die nächste Runde. Vier Klägerinnen und Kläger werfen Sony in Kalifornien vor, dass der PlayStation Store mit Buttons wie “Buy Now” und “Confirm Purchase” den Eindruck erweckt, man würde ein Spiel wirklich besitzen – obwohl in Wahrheit nur eine widerrufliche Lizenz verkauft wird.

    Worum geht es in der Klage gegen Sonys PS Store?

    Grundlage der Klage ist Kaliforniens Digitalgüter-Gesetz AB 2426, das seit Januar 2025 gilt. Es verpflichtet Anbieter dazu, klar offenzulegen, wenn Kundinnen und Kunden lediglich eine widerrufliche Lizenz für ein “digitales Gut” erwerben – wozu laut Gesetz ausdrücklich auch Videospiele zählen. Ausserdem untersagt das Gesetz Formulierungen wie “kaufen” oder “Purchase”, wenn tatsächlich nur eine Lizenz vergeben wird.

    Wie begründet Sony seine Verteidigung gegen die Klage?

    Sonys Anwälte kontern in ihrem Antrag, “vernünftige Konsumenten” (im Original: “reasonable consumers”) würden ohnehin nicht in die Irre geführt, weil ihnen längst klar sei, dass sie nur eine Lizenz erwerben. Das Unternehmen argumentiert zudem, digitale Kopien seien keine begrenzte Ressource – da theoretisch beliebig viele Menschen dieselbe digitale Kopie eines Spiels “kaufen” können, könne im eigentlichen Sinne niemand sie “besitzen”. Die nächste Anhörung vor Richter Chhabria ist für den 1. Oktober angesetzt; ob der Fall überhaupt vor Gericht verhandelt wird, ist damit noch offen.

    Aus unserer Sicht ist das eine ziemlich steile These von Sony: Dass Kundinnen und Kunden die feinen juristischen Unterschiede zwischen Kauf und Lizenz kennen, nur weil sie theoretisch irgendwo in den AGB stehen, ist eine grosszügige Annahme. Der Fall reiht sich damit in eine grössere Debatte der Branche ein – schon in der Vergangenheit gab es ähnliche Kritik an anderen digitalen Storefronts, die zeigt, wie unklar die Eigentumsverhältnisse für viele Spielerinnen und Spieler tatsächlich sind. Für euch als Kundschaft ändert sich vorerst nichts – aber sollte das Gericht Sony nicht folgen, könnte das langfristig Auswirkungen darauf haben, wie “Kaufen”-Buttons im PS Store und vergleichbaren Stores in Zukunft beschriftet werden müssen.

    Quelle: Eurogamer, Push Square

    Wusstet ihr, dass ihr eure digitalen PS-Store-Spiele eigentlich nur lizenziert statt besitzt? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

  • Kai Cenat: Firma nach Streamer-University-Casting mit 330.000-Dollar-Klage konfrontiert

    Kai Cenat: Firma nach Streamer-University-Casting mit 330.000-Dollar-Klage konfrontiert

    Der Twitch-Star Kai Cenat sieht sich über seine Firma mit einer handfesten Klage konfrontiert. Der unabhängige Musiker Caleb Gottfried, bekannt unter dem Künstlernamen SNVRK, hat vor dem US-Bundesgericht im Südbezirk von New York (SDNY) Klage gegen Kai Cenat LLC und die Talentagentur Night Media eingereicht. Gefordert werden mehr als 330.000 US-Dollar Schadensersatz.

    Das wirft der Kläger Kai Cenats Firma vor

    Laut Klageschrift nahm Gottfried am 12. Juni am Casting für die diesjährige Streamer University an der John Jay College of Criminal Justice in Manhattan teil. Dabei soll er zweimal einer Hitzschlag-nahen Situation ausgesetzt gewesen sein, weil die Teilnehmenden laut Klage in einem geschlossenen, schlecht belüfteten Bereich zusammengedrängt wurden. Zusätzlich wirft er der Produktion vor, sein Abbild ohne jede Einverständniserklärung oder Freigabe als unbezahltes Statisten-Material in offiziellem Promo-Content verwendet zu haben. Die Klage beruft sich dabei sowohl auf allgemeine Gefährdungshaftung als auch auf Verstöße gegen das New Yorker Bürgerrechtsgesetz (§§ 50–51), das die kommerzielle Nutzung des eigenen Abbilds ohne Zustimmung regelt. Gottfried fordert vor Gericht zusätzlich, dass Kai Cenats Firma sämtliches Rohmaterial vom Casting-Tag, auf dem er zu sehen ist, herausgibt und dauerhaft löscht.

    Streamer University wächst – und damit auch der Druck bei der Organisation

    Streamer University hat sich seit dem ersten Durchlauf zu einem der größten Content-Creator-Events der USA entwickelt, 2026 fand die zweite Ausgabe bereits mit einem deutlich gewachsenen Line-up an prominenten Streamerinnen und Streamern statt. Mit der wachsenden Größe solcher Formate wächst aber offenbar auch das Risiko organisatorischer Pannen: Erst kürzlich sorgte ein anderer Vorfall bei den Red Bull Streamer Games, bei dem ein Streamer während eines Bogenschieß-Wettbewerbs unerlaubt die Wettkampffläche betrat und dabei fast von einem Pfeil getroffen wurde, für Schlagzeilen. Beide Fälle sind rechtlich und inhaltlich unabhängig voneinander, zeigen aber denselben Trend: Je größer und kommerzieller Live-Events rund um Streamer werden, desto genauer schaut die Öffentlichkeit auf Sicherheitskonzepte und Persönlichkeitsrechte der Teilnehmenden. Für Kai Cenats Firma dürfte der Ausgang dieses Verfahrens auch mit Blick auf künftige Ausgaben von Streamer University relevant werden.

    Quelle: Yahoo Entertainment

    Was haltet ihr von den Vorwürfen gegen Kai Cenats Firma? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!