Tag: Entlassungen

  • Xbox soll eigenes Entlassungsziel von 3.200 Stellen wohl verfehlen

    Xbox soll eigenes Entlassungsziel von 3.200 Stellen wohl verfehlen

    Microsoft hatte im Juli angekündigt, im Rahmen des sogenannten Xbox-Reset rund 3.200 Stellen im Gaming-Bereich zu streichen, verteilt über das gesamte Geschäftsjahr 2027. Jetzt zeichnet sich ab: Diese Zahl wird offenbar gar nicht erreicht. Laut einem Bericht von Nintendo Life, der sich auf Windows-Central-Redakteur Jez Corden beruft, rechnen Insider damit, dass Xbox am Ende deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel bleibt.

    Der Grund dafür klingt zunächst nach guten Nachrichten: Microsoft setzt offenbar verstärkt auf interne Versetzungen, Abteilungswechsel und Studio-Ausgliederungen statt auf klassische Kündigungen, um die Belegschaft zu verkleinern. Wer intern in eine andere Rolle wechselt oder dessen Studio an einen anderen Publisher übergeht, taucht am Ende nicht in der offiziellen Entlassungsstatistik auf, verliert aber trotzdem seinen bisherigen Platz im Xbox-Gefüge.

    Wie hängt das mit den jüngsten Studio-Verschiebungen zusammen?

    Erst am 22. September hatte Xbox-Content-Chef Matt Booty in einer offiziellen Mitteilung auf Xbox Wire weitere 268 Stellenstreichungen bestätigt und gleichzeitig eine große Studio-Rochade angekündigt: Halo Studios, Rare und World’s Edge wandern zu Activision, Obsidian wird direkt Bethesda unterstellt und arbeitet dort unter anderem am neuen Fallout-Projekt, Turn 10 geht in Playground Games auf. Diese direkteren Berichtslinien an die jeweiligen Publisher sollen die Strukturen bei Xbox Game Studios schlanker machen. Nach Einschätzung von Beobachtern ist die Restrukturierung damit bereits zu etwa drei Vierteln abgeschlossen, wobei gerade die großen Studio-Abgaben stark zur Zielerreichung beitragen, ohne dass dafür Leute tatsächlich entlassen werden mussten.

    Was bedeutet das für betroffene Xbox-Mitarbeiter?

    Für die Belegschaft ist das eine Mischung aus Erleichterung und Unsicherheit. Weniger tatsächliche Kündigungen sind grundsätzlich eine gute Nachricht, gerade nach Monaten voller Hiobsbotschaften. Gleichzeitig bedeutet ein Wechsel zu einem neuen Publisher wie Activision oder Bethesda für viele Angestellte neue Vorgesetzte, neue Prozesse und mitunter auch neue Standorte. Sicherheit im Sinne von Planbarkeit sieht anders aus, auch wenn der Job selbst erhalten bleibt.

    Aus unserer Sicht zeigt die Entwicklung vor allem eins: Der Xbox-Reset ist kein einmaliger Kahlschlag, sondern ein monatelanger Umbauprozess mit vielen kleinen Etappen. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits mehrfach berichtet, etwa über die 268 bestätigten Entlassungen samt Activision-Übernahme von Halo und über die Sorgen der Sea-of-Thieves-Community um Rares Zukunft. Dass die Gesamtzahl der Entlassungen nun wohl unter dem ursprünglichen Ziel bleibt, ändert nichts daran, dass praktisch jedes Xbox-Studio in irgendeiner Form von der Reorganisation betroffen ist.

    Bleibt das Xbox-Reset-Ziel von 3.200 Stellen damit endgültig unerreicht?

    Offiziell hat Microsoft die neue, niedrigere Zahl bislang nicht bestätigt, die Berichte stützen sich auf Quellen von Windows Central. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 bleibt also noch Zeit, in der sich die genaue Endsumme weiter verschieben kann. Klar ist aber schon jetzt: Die Kombination aus Studio-Verlagerungen, internen Versetzungen und den bereits vollzogenen direkten Entlassungswellen sorgt dafür, dass die ursprünglich kommunizierte Zahl eher als grobe Obergrenze denn als fixes Ziel zu verstehen ist.

    Quelle: Nintendo Life

    Wir bleiben an der Xbox-Reset-Geschichte dran und melden uns, sobald Microsoft die finalen Zahlen bestätigt.

  • Xbox bestätigt 268 weitere Entlassungen: Activision übernimmt Halo, Ninja Theory wird geschlossen

    Xbox bestätigt 268 weitere Entlassungen: Activision übernimmt Halo, Ninja Theory wird geschlossen

    Es ist offiziell: Xbox streicht 268 weitere Stellen, gibt die Entwicklung des nächsten großen Halo-Spiels an Activision ab und schließt Ninja Theory komplett. Was heute Morgen noch Gerücht war, ist jetzt offiziell bestätigt — und zwar in einem Ausmaß, das selbst hartgesottene Xbox-Fans schlucken lässt.

    Microsoft hat die Änderungen am 22. September 2026 per internem Memo verkündet, das Xbox-Chef Matt Booty verantwortet und das unter dem Titel “Continuing Our Reset” auf Xbox Wire veröffentlicht wurde. Der Name ist Programm: Es ist der nächste Schritt im monatelangen “Xbox Reset”, der Restrukturierung nach der Activision-Blizzard-Übernahme.

    Was bedeutet die Activision-Übernahme für die Halo-Reihe?

    Das nächste große Halo-Spiel entsteht nicht mehr bei Halo Studios (ehemals 343 Industries), sondern bei Activision. Wichtig dabei: Es handelt sich um ein eigens dafür aufgestelltes Team, nicht um das Call-of-Duty-Team. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl — schließlich war Halo jahrzehntelang das Aushängeschild von Xbox, entwickelt von einem eigenständigen First-Party-Studio. Dass ausgerechnet der CoD-Publisher jetzt das Ruder übernimmt, ist ein deutliches Signal dafür, wie sehr sich die Prioritäten bei Xbox verschoben haben. Mehr Infos zur Marke gibt es weiterhin auf Halo Waypoint.

    Halo Studios besteht als Marke faktisch kaum noch fort — ein großer Teil der bisherigen Struktur wird im Zuge der Reorganisation aufgelöst oder umgebaut. Auch Rare, das Studio hinter Banjo-Kazooie und Sea of Thieves, berichtet ab sofort direkt an Activision statt an die bisherige Xbox-Struktur. Obsidian Entertainment (bekannt für The Outer Worlds und Pentiment) wird organisatorisch Bethesda zugeordnet.

    Warum wird Ninja Theory geschlossen?

    Der wohl schmerzhafteste Einschnitt: Ninja Theory, das Studio hinter Hellblade: Senua’s Sacrifice, Hellblade 2, DmC und Heavenly Sword, wird komplett dichtgemacht. Laut den Berichten sind zuvor zwei separate Rettungsversuche gescheitert — offenbar gab es also durchaus Bemühungen, das Studio zu erhalten, bevor die Entscheidung zur Schließung fiel. Für ein Team, das mit seiner Darstellung von Psychose und mentaler Gesundheit international Anerkennung fand, ist das ein bitteres Ende.

    Insgesamt fallen 268 weitere Stellen weg, betroffen sind neben Halo Studios auch weitere First-Party-Studios sowie Management- und zentrale Funktionen innerhalb der Xbox Game Studios (XGS).

    Was heißt das für Spielerinnen und Spieler?

    Für Halo-Fans bedeutet das vor allem Unsicherheit: Ob und wie sich der Ton und das Gameplay der Reihe unter einem neuen Entwicklerteam bei Activision verändern, ist völlig offen. Für Ninja-Theory-Spielerinnen und -Spieler ist die Lage klarer, aber nicht schöner — ohne aktives Studio dürfte es kein neues Hellblade und wohl auch keine größeren Updates für die bestehenden Spiele mehr geben. Wer Sea of Thieves oder Banjo-Kazooie-Nachfolger im Hinterkopf hatte, muss die neue Berichtsstruktur von Rare ebenfalls im Auge behalten.

    Wie ordnet die Redaktion die Entwicklung ein?

    Aus unserer Sicht zeigt dieser Schritt, wie tief der Umbau bei Xbox inzwischen geht: Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Entlassungswellen, sondern um eine komplette Neuordnung der First-Party-Landschaft, bei der traditionsreiche Marken wie Halo faktisch in andere Hände wandern. Dass unser früher Bericht zum Gerücht heute Morgen binnen weniger Stunden zur bestätigten Realität wurde, zeigt auch, wie schnell sich diese Restrukturierung mittlerweile vollzieht. Wir bleiben dran und aktualisieren, sobald es neue Details gibt.

    Zwei Mitarbeitende von Halo Studios sitzen lächelnd vor Bildschirmen mit Halo: The Master Chief Collection im Hintergrund
    Halo Studios steht durch die Umstrukturierung vor einem tiefen Einschnitt. Bildquelle: PC Gamer / Xbox
    Nahaufnahme von Senua, der Hauptfigur aus Hellblade: Senua's Saga, mit entschlossenem Blick in düsterer Umgebung
    Ninja Theory, das Studio hinter Hellblade, wird komplett geschlossen. Bildquelle: Eurogamer / Ninja Theory

    Quelle: Xbox Wire, Eurogamer, PC Gamer

    Was denkt ihr über den Umbau bei Xbox — Ende einer Ära oder überfälliger Schnitt? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

  • Gerücht: Xbox plant angeblich neue große Entlassungswelle mit Studio-Konsolidierung

    Gerücht: Xbox plant angeblich neue große Entlassungswelle mit Studio-Konsolidierung

    Wichtiger Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Gerücht, das bislang NICHT offiziell von Microsoft/Xbox bestätigt wurde.

    Kaum hat sich die Branche von der letzten Kündigungsrunde erholt, macht schon das nächste beunruhigende Gerücht die Runde: Berichten zufolge soll Microsoft bei Xbox noch in dieser Woche eine weitere große Entlassungswelle einläuten. Das berichtet das britische Fachportal VGC (Video Games Chronicle) unter Berufung auf Insider-Informationen des Wirtschaftsmediums The Information. Offiziell bestätigt ist bislang nichts – weder konkrete Zahlen noch die Namen betroffener Studios wurden bisher von Microsoft genannt.

    Was ist über die angebliche neue Xbox-Entlassungswelle bekannt?

    Laut dem Bericht sollen im Zuge der Maßnahme mehrere interne Studios konsolidiert werden, also organisatorisch zusammengelegt oder in bestehende Strukturen eingegliedert werden. Konkrete Namen betroffener Studios oder eine genaue Zahl der Stellen nennt der Bericht bislang nicht – The Information beruft sich Berichten zufolge auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die namentlich nicht genannt werden möchten. Auch der genaue Zeitpunkt ist noch nicht restlos geklärt, VGC schreibt jedoch, dass die Entlassungen angeblich noch in dieser Woche verkündet werden sollen. Bis zu einer offiziellen Stellungnahme von Xbox oder Microsoft bleibt vieles Spekulation, und es ist gut möglich, dass sich Details bis zur tatsächlichen Bekanntgabe noch ändern.

    Wie reihen sich die Gerüchte in frühere Xbox-Entlassungswellen ein?

    Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, wäre es beileibe nicht die erste große Kürzungsrunde bei Xbox. Bereits im Januar 2024 strich Microsoft rund 1.900 Stellen im Gaming-Bereich, kurz nachdem die milliardenschwere Übernahme von Activision Blizzard abgeschlossen worden war. Im Mai 2025 folgte eine weitere, besonders schmerzhafte Welle: Damals wurden unter anderem die Studios Tango Gameworks (bekannt für „Hi-Fi Rush“) und Arkane Austin komplett geschlossen, mehrere angekündigte Projekte gestrichen. Eine erneute Konsolidierung würde also in ein Muster passen, das Xbox in den vergangenen Jahren wiederholt gezeigt hat: schnelles Wachstum durch milliardenschwere Zukäufe, gefolgt von harten Einschnitten bei der Belegschaft.

    Was würde eine erneute Entlassungswelle für Studios und Spieler bedeuten?

    Für betroffene Entwicklerinnen und Entwickler bedeuten solche Wellen in der Regel massive Unsicherheit – oft werden laufende Projekte eingestellt oder auf Eis gelegt, bevor überhaupt öffentlich kommuniziert wird, welche Teams konkret betroffen sind. Für Spielerinnen und Spieler kann eine Studio-Konsolidierung bedeuten, dass angekündigte oder in Entwicklung befindliche Titel verzögert, umstrukturiert oder im schlimmsten Fall ganz eingestellt werden. Die aktuellen Gerüchte passen zudem ins Bild eines Konzerns, der seine Geschäftsstrategie im Gaming-Bereich derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig verändert: Während offenbar an einer Stelle Kosten eingespart werden sollen, arbeitet Microsoft an anderer Stelle an neuen Einnahmequellen – erst kürzlich sorgte etwa ein Patent für In-Game-Werbung in Xbox- und PC-Spielen für Diskussionen in der Community.

    Solange Microsoft sich nicht offiziell äußert, bleibt es bei Spekulation. Wir behalten die Entwicklung im Auge und aktualisieren diesen Artikel, sobald es belastbare Informationen von Xbox Wire oder dem Microsoft News Center gibt.

    Quelle: VGC

    Was denkt ihr: Trifft es diesmal, und wenn ja, welche Xbox-Studios könnten betroffen sein? Schreibt uns eure Einschätzung in die Kommentare!

  • MindsEye-Entwickler: Build A Rocket Boy entlässt erneut Mitarbeiter

    MindsEye-Entwickler: Build A Rocket Boy entlässt erneut Mitarbeiter

    Beim MindsEye-Entwickler Build A Rocket Boy reißt die Hiobsbotschaften-Serie nicht ab: Laut mehreren übereinstimmenden Berichten haben betroffene Mitarbeiter am 16. September 2026 auf LinkedIn eine weitere Entlassungswelle bestätigt. Es ist bereits die vierte Kürzungsrunde beim schottischen Studio seit dem Debüt seines einzigen bisherigen Spiels.

    Warum entlässt Build A Rocket Boy schon wieder Mitarbeiter?

    Laut Berichten von PC Gamer und weiteren Redaktionen soll ein HR-Vertreter des Studios den verbliebenen Angestellten mitgeteilt haben, man werde sie bis „zum sehr Ende“ begleiten und beim „Abwickeln der Dinge“ unterstützen. Diese Formulierung deuten mehrere Quellen unabhängig voneinander als deutliches Zeichen für eine vollständige Schließung des Studios, auch wenn Build A Rocket Boy selbst noch keine offizielle Bestätigung dafür veröffentlicht hat.

    Was ist bei MindsEye schiefgelaufen?

    Build A Rocket Boy wurde von Leslie Benzies gegründet, der zuvor als Produzent maßgeblich an mehreren Grand-Theft-Auto-Teilen bei Rockstar North beteiligt war. Mit rund 110 Millionen US-Dollar an Investorengeldern im Rücken erschien im Juni 2025 das Action-Adventure MindsEye für PS5, Xbox Series X und PC – und wurde zu einem der am schlechtesten bewerteten Spiele des Jahres 2025. Technische Probleme, Performance-Einbrüche und mauer Content sorgten für „Größtenteils negative“ Nutzerwertungen auf Steam. Schon im Juli 2025 folgten die ersten Massenentlassungen mit rund 300 betroffenen Stellen, im März und Mai 2026 kamen weitere Kürzungsrunden hinzu, die die Belegschaft laut Berichten auf zuletzt nur noch etwa 80 Personen schrumpfen ließen. Die aktuelle Welle dürfte diese Zahl noch einmal deutlich reduzieren.

    Aus unserer Sicht zeigt der Fall MindsEye exemplarisch, wie gefährlich ein überstürzter Launch mit prominentem Namen im Rücken sein kann: Selbst ein Studio mit Rockstar-Pedigree und dreistelligem Millionenbudget konnte ein technisch unausgereiftes Spiel nicht vor dem Absturz retten. Für die betroffenen Entwicklerinnen und Entwickler, die wiederholt von Kürzungsrunden getroffen werden, ist das vor allem bitter.

    Szene aus dem Actionspiel MindsEye von Entwickler Build A Rocket Boy
    Bildquelle: PC Gamer (https://www.pcgamer.com/gaming-industry/mindseye-developer-build-a-rocket-boy-lays-off-even-more-people/)

    Quelle: PC Gamer, VGC

    Was denkt ihr – kann sich Build A Rocket Boy noch retten? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

  • Warum japanische Spielestudios seltener von Massenentlassungen betroffen sind

    Warum japanische Spielestudios seltener von Massenentlassungen betroffen sind

    Während westliche Publisher in den letzten Jahren immer wieder mit großen Entlassungswellen Schlagzeilen machten, bleiben japanische Spielestudios auffällig verschont. Ein Branchenexperte hat jetzt erklärt, woran das liegen könnte – und der Grund hat weniger mit Glück zu tun, als man denken könnte.

    Warum entlassen japanische Studios seltener als westliche Publisher?

    Laut der Analyse liegt der zentrale Unterschied in der Teamgröße und der Gehaltsstruktur: Japanische Studios arbeiten traditionell mit deutlich kleineren Teams, und die Gehälter im Management liegen spürbar niedriger als bei vergleichbaren westlichen Unternehmen. Dadurch entsteht insgesamt eine geringere Kostenlast, die in wirtschaftlich schwierigeren Phasen nicht zwingend über radikale Personalabbau-Maßnahmen kompensiert werden muss.

    Welche westlichen Studios waren zuletzt besonders stark von Entlassungen betroffen?

    Als Gegenbeispiel nennt der Bericht unter anderem Xbox, wo unter der neuen Führung von CEO Asha Sharma rund 3.200 Stellen gestrichen und vier Studios komplett verkauft wurden. Auch Bungie, EA, PUBG Productions und Take-Two mussten in der jüngeren Vergangenheit deutliche Personalabbau-Maßnahmen verkünden.

    Wie ist diese Entwicklung einzuordnen?

    Die Debatte reiht sich in eine seit Jahren wachsende Diskussion um Kostenstrukturen in der westlichen Gaming-Industrie ein, wo überproportional hohe Managergehälter im Vergleich zu Entwicklerteams immer wieder kritisiert werden – gerade dann, wenn gleichzeitig hunderte oder tausende Entwicklerstellen gestrichen werden. Für Angestellte in der Branche liefert die Analyse damit auch ein Stück Erklärung dafür, warum ausgerechnet die großen westlichen Publisher trotz Milliardenumsätzen so oft zum Rotstift greifen, während kleinere, schlanker aufgestellte japanische Studios ökonomisch stabiler durch Krisenzeiten kommen. Das bedeutet nicht, dass japanische Studios grundsätzlich krisenfest sind – aber ihr Geschäftsmodell macht radikale Entlassungswellen als Antwort auf schwächere Quartale schlicht seltener notwendig. Hinzu kommt, dass viele japanische Publisher traditionell stärker auf langfristige Beschäftigungsverhältnisse setzen und Personalabbau eher über natürliche Fluktuation als über große Kündigungswellen steuern – ein kultureller Unterschied, der sich nur schwer kurzfristig auf westliche Konzernstrukturen übertragen lässt.

    Quelle: Eurogamer

    Was denkt ihr – sollten westliche Publisher sich ein Beispiel an den schlankeren Strukturen japanischer Studios nehmen? Diskutiert mit in den Kommentaren!

  • Star Wars Zero Company: Bit Reactor schickt angeblich 80 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit

    Star Wars Zero Company: Bit Reactor schickt angeblich 80 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit

    Eigentlich müsste bei Star Wars Zero Company gerade Champagnerlaune herrschen: Das Taktik-Rollenspiel von Bit Reactor ist seit dem Release Ende August ein waschechter Steam-Bestseller und wird von Kritik und Community überraschend gut aufgenommen. Trotzdem berichten PC Gamer, Kotaku und das Branchenmedium Game File übereinstimmend, dass Bit Reactor rund 80 Prozent seiner Belegschaft in Kurzarbeit geschickt hat. Die Meldung stammt ursprünglich von Game File und wurde seither von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt.

    Laut Game File wurde ein Großteil der Festangestellten bereits Wochen vor dem eigentlichen Launch beurlaubt, Verträge freier Mitarbeiter:innen wurden zusätzlich beendet. Übrig bleibt offenbar nur eine kleine Kernmannschaft, die sich um Bugfixes und den laufenden Betrieb kümmert. Bekannt wurde die Kurzarbeit unter anderem durch Gerichtsunterlagen aus einem Rechtsstreit zwischen Bit-Reactor-Mitgründerin Alison Kelly und Studiochef Greg Foertsch über Eigentumsanteile am Unternehmen — ein Streit, der mit dem Thema Kurzarbeit selbst nichts zu tun hat, aber die internen Finanzprobleme des Studios ans Licht brachte.

    Warum entlässt Bit Reactor trotz Verkaufserfolg Personal?

    Den Berichten zufolge liegt es nicht am Erfolg des Spiels selbst, sondern an der Kassenlage des Studios davor: Bit Reactor soll bereits vor dem Release einen Großteil seiner finanziellen Reserven aufgebraucht haben. Die Kurzarbeit sei laut Studio eine eigene unternehmerische Entscheidung gewesen — nicht etwa eine Vorgabe von Publisher Electronic Arts oder Lizenzgeber Disney/Lucasfilm. Bit Reactor selbst äußerte die Hoffnung, Mitarbeitende je nach Verkaufsentwicklung von Star Wars Zero Company zurückholen zu können. Wie viele der Betroffenen tatsächlich zurückkehren werden und wann, ist bislang offen.

    Was bedeutet das für die Zukunft von Star Wars Zero Company?

    Für Spielerinnen und Spieler ist das kein gutes Zeichen: Mit einer stark ausgedünnten Belegschaft dürften geplante Patches, Balancing-Anpassungen oder gar zusätzliche Inhalte langsamer kommen als üblich — falls sie überhaupt noch in vollem Umfang umgesetzt werden. Wer aktuell spielt, sollte ohnehin einen Blick in unseren Guide zu wichtigen Menü-Einstellungen im Spiel werfen, um technische Frustmomente zu vermeiden, während der Support-Umfang ungewiss bleibt.

    Ganz neu ist dieses Muster leider nicht: Entlassungen oder Kurzarbeit trotz kommerziellem Erfolg sind in der Spielebranche der Jahre 2024 bis 2026 immer wieder aufgetaucht — man denke an Studios, die kurz nach gefeierten Launches trotzdem Personal abbauen mussten, weil Entwicklungskosten, Vorschüsse und Publisher-Deals längst vor dem eigentlichen Verkaufserfolg verplant waren. Ein gutes Spiel schützt ein Studio also nicht automatisch vor wirtschaftlichem Druck, wenn die Finanzierung der Entwicklungsjahre davor schon eng kalkuliert war. Für die Betroffenen bei Bit Reactor ist das nur ein schwacher Trost.

    Quelle: PC Gamer, Game File

    Wir bleiben an der Geschichte dran und aktualisieren den Artikel, sobald es weitere offizielle Stellungnahmen von Bit Reactor gibt.

  • EA: 18 Milliarden Dollar Schulden nach Mega-Übernahme heizen Entlassungs-Ängste an

    EA: 18 Milliarden Dollar Schulden nach Mega-Übernahme heizen Entlassungs-Ängste an

    Electronic Arts ist offiziell privat – und offenbar ziemlich klamm. Nach dem am 4. August 2026 abgeschlossenen Leveraged-Buyout im Wert von 55 Milliarden US-Dollar durch den saudischen Staatsfonds PIF, den Investor Silver Lake und Affinity Partners sitzt der Battlefield- und FC-Publisher plötzlich auf rund 18 Milliarden Dollar Schulden. Die Zinslast dafür: etwa 1,8 Milliarden Dollar pro Jahr.

    Wie kam es zu der Milliarden-Übernahme von EA?

    Der Deal gilt als einer der größten Leveraged-Buyouts der Firmengeschichte überhaupt. PIF, Silver Lake und Jared Kushners Affinity Partners hatten sich zusammengetan, um EA von der Börse zu nehmen und den Konzern künftig ohne den Quartalsdruck der Aktionäre zu führen. Auf der offiziellen EA-Webseite ändert sich für Spielerinnen und Spieler bislang wenig, doch intern rumort es bereits – wegen der frisch aufgenommenen Schuldenlast, die jetzt beglichen werden muss.

    Drohen EA jetzt neue Massenentlassungen?

    Laut Eurogamer plant EA rund 700 Millionen Dollar an Kosteneinsparungen, davon allein 170 Millionen Dollar durch sogenannte "organisatorische Effizienzen". Branchenexperten lesen diese Formulierung als Ankündigung bevorstehender Stellenstreichungen – ein Begriff, der in Unternehmenskommunikation traditionell als Umschreibung für Entlassungswellen dient. Die Gewerkschaft United Videogame Workers-CWA kritisiert die Pläne scharf und wirft dem Konzern vor, die Zeche für den Buyout auf dem Rücken der Belegschaft abzuladen.

    Einordnung: Ganz neu ist dieses Muster nicht. Erst kürzlich musste CD Projekt Red erneut Stellen beim Witcher-Multiplayer-Spin-off Project Sirius streichen, und auch bei Supermassive Games gab es bereits die dritte Entlassungswelle seit 2024. Die Jahre 2024 bis 2026 waren für die Spielebranche geprägt von Sparrunden, Restrukturierungen und genau solchen "Effizienz"-Ankündigungen – bei EA kommt nun aber die zusätzliche Dimension eines fremdfinanzierten Milliarden-Deals hinzu. Für Fans großer EA-Marken wie Battlefield, EA Sports FC oder Apex Legends ist das durchaus relevant, auch wenn aktuell kein einzelnes Studio namentlich genannt wird: Sinkende Entwicklungsbudgets und Personalabbau innerhalb des Konzerns sind angesichts der jährlichen Zinslast von 1,8 Milliarden Dollar kein rein theoretisches Risiko mehr. Ob und wie stark sich das auf Kreativität und Studio-Kultur bei EA auswirkt, muss sich erst noch zeigen – Grund zur Sorge besteht aus unserer Sicht aber durchaus.

    Die neuen Eigentümer positionieren sich öffentlich als Investoren mit langfristigem Horizont, was angesichts der enormen Schuldenlast zumindest erklärungsbedürftig wirkt. Wie EA das Spannungsfeld zwischen Renditedruck der neuen Eigentümer und kreativer Freiheit der Studios auflösen will, ließ der Konzern bislang offen.

    Quelle: Eurogamer

    Wir bleiben an dem Thema dran und melden uns, sobald EA offiziell zu den Sparplänen und möglichen Entlassungen Stellung nimmt.

  • CD Projekt Red streicht erneut Stellen beim Witcher-Multiplayer-Spin-off Project Sirius

    CD Projekt Red streicht erneut Stellen beim Witcher-Multiplayer-Spin-off Project Sirius

    CD Projekt Red steckt bei seinem ambitionierten Multiplayer-Projekt weiter in Schwierigkeiten. Berichten zufolge hat das Studio erneut Personal bei Project Sirius abgebaut, dem Multiplayer-Spin-off im Universum von The Witcher. Neun Personen sollen das Studio verlassen, weitere neun intern in andere Teams versetzt worden sein.

    Schon die zweite Entlassungsrunde bei Sirius

    Project Sirius steht damit erneut im Zentrum von Umstrukturierungen. Das Spin-off wird gemeinsam mit dem externen Studio Molasses Flood entwickelt und soll ein eigenständiges Multiplayer-Erlebnis im Witcher-Kosmos werden – losgelöst von der Hauptreihe um Geralt von Riva. Genau darin liegt für CD Projekt Red aber auch das Risiko: Anders als bei den Solo-Rollenspielen der Witcher-Reihe betritt das Studio mit einem Multiplayer-Titel technisches und konzeptionelles Neuland, das sich offenbar schwerer kalkulieren lässt als gedacht.

    Was der Umbau für die Strategie bedeutet

    CD Projekt Red begründet die Maßnahme laut den Berichten mit einer “breiteren Verschiebung der Entwicklungsstrategie”. Konkret heißt das vermutlich: Das Studio verschiebt Ressourcen dorthin, wo sie aktuell am dringendsten gebraucht werden – etwa in die Weiterentwicklung von Cyberpunk 2077 und der Arbeit an The Witcher 4. Aus unserer Sicht passt das ins Bild eines Studios, das nach dem holprigen Cyberpunk-2077-Launch 2020 spürbar vorsichtiger geworden ist und lieber an weniger Projekten gleichzeitig arbeitet, dafür aber mit mehr Nachdruck. Für die Belegschaft von Project Sirius ist das dennoch die zweite Entlassungswelle, die das Team in vergleichsweise kurzer Zeit trifft – ein Warnsignal dafür, wie unsicher der Status des Projekts insgesamt ist.

    Geralt aus der Witcher-Reihe, stellvertretend für das CD-Projekt-Red-Universum, in dem auch das Multiplayer-Spin-off Project Sirius angesiedelt ist
    Bildquelle: Eurogamer (eurogamer.net)

    Einen offiziellen Kommentar von CD Projekt Red zu den genauen Hintergründen der Entlassungen gibt es bislang nicht. Ob und wann Project Sirius überhaupt erscheint, ist damit weiterhin offen.

    Quelle: Eurogamer

    Was denkt ihr: Sollte CD Projekt Red Project Sirius lieber ganz einstampfen und sich auf The Witcher 4 konzentrieren? Diskutiert mit uns!

  • Supermassive Games streicht bis zu 75 Stellen – dritte Entlassungswelle seit 2024

    Supermassive Games streicht bis zu 75 Stellen – dritte Entlassungswelle seit 2024

    Schon wieder schlechte Nachrichten aus Guildford: Supermassive Games, das Studio hinter Until Dawn, The Quarry und Directive 8020, streicht bis zu 75 Stellen. Das gab das Studio in einer internen Mitteilung bekannt, die kurz darauf öffentlich wurde. Als Begründung nennt Supermassive die Sicherung der langfristigen Nachhaltigkeit des Unternehmens – eine Formulierung, die man in der Branche inzwischen zur Genüge kennt.

    Symbolbild zur Entlassungswelle bei Supermassive Games, dem Studio hinter Until Dawn und Directive 8020
    Bildquelle: Game Informer

    Die dritte Entlassungswelle in nur zwei Jahren

    Für Supermassive Games ist es bereits die dritte Kürzungsrunde seit 2024. Schon damals und im Jahr darauf hatte das Studio jeweils zweistellige bis knapp dreistellige Mitarbeiterzahlen abgebaut. Die Serie an Einschnitten fällt zusammen mit weiteren Umbrüchen an der Spitze: Erst im Juni war Ex-CEO Robert Henrysson zurückgetreten. Wer die Fälle der letzten Jahre verfolgt hat, erkennt ein Muster, das aktuell durch die gesamte Branche zieht – auch bei anderen großen Studios wird kräftig gespart, wie zuletzt unser Bericht zu den Entlassungen bei Halo Studios zeigte.

    Was das für Until Dawn 2 und die Zukunft des Studios bedeutet

    Besonders bitter: Die angekündigte Fortsetzung Until Dawn 2 entsteht gar nicht bei Supermassive selbst, sondern bei Sonys hauseigenem Studio Firesprite. Supermassive bleibt damit trotz der eigenen Horror-Erfolge außen vor, während das Studio gleichzeitig Personal abbaut. Für Fans der bisherigen Spiele ändert sich an bestehenden Titeln erst einmal nichts – Until Dawn, The Quarry und Directive 8020 bleiben spielbar. Ob und wie sich der Stellenabbau auf zukünftige Supermassive-Projekte auswirkt, die noch nicht offiziell angekündigt sind, ist aktuell offen.

    Aus unserer Sicht zeigt der Fall vor allem eines: Auch ein Studio mit erfolgreichen, bekannten Marken wie Until Dawn ist vor der aktuellen Kostenspirale der Branche nicht sicher. Dass ausgerechnet die Fortsetzung des eigenen Aushängeschilds bei einem anderen Studio landet, dürfte die Stimmung intern zusätzlich belasten.

    Quelle: Game Informer

    Was denkt ihr: Trifft es aktuell zu viele Studios mit eigentlich erfolgreichen Marken? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

  • EA-CEO Andrew Wilson kassiert 38,7 Millionen Dollar Bonus – trotz Entlassungen bei Battlefield 6

    EA-CEO Andrew Wilson kassiert 38,7 Millionen Dollar Bonus – trotz Entlassungen bei Battlefield 6

    Es ist ein Kontrast, der für Aufsehen sorgt: Während Electronic Arts seine Bilanz mit dem Verkaufserfolg von Battlefield 6 feiert, kassiert CEO Andrew Wilson dafür einen Rekordbonus – und genau in den Studios, die das Spiel gebaut haben, flogen zuvor Mitarbeiter raus. Laut einem aktuellen SEC-Filing von EA erhielt Wilson für das Geschäftsjahr 2026 eine Gesamtvergütung von 38,7 Millionen Dollar, ein Plus von rund 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    So setzt sich der Rekordbonus zusammen

    Die Zahlen im Detail: Wilsons Grundgehalt liegt bei 1,3 Millionen Dollar, dazu kommen Aktienpakete im Wert von 28,48 Millionen Dollar, ein Cash-Bonus von 6,5 Millionen Dollar sowie 2,37 Millionen Dollar an sonstigen Leistungen – darunter Personenschutz und die Nutzung eines Privatjets. Wilson ist damit nicht der einzige EA-Manager, der kräftig profitiert: Auch Finanzchef, Produktchefin, Rechtschefin und Präsidentin Laura Miele erhielten laut mehreren Berichten deutlich höhere Boni als im Vorjahr. Insgesamt sollen sich die Bonuszahlungen an das Führungsteam laut Medienberichten auf über 60 Millionen Dollar summieren. Als Begründung nennt EA unter anderem den Erfolg von Battlefield 6, das laut Unternehmensangaben das meistverkaufte Vollpreisspiel des Jahres 2025 in den USA war.

    Entlassungen bei genau den Studios, die Battlefield 6 gebaut haben

    Was die Kontroverse befeuert: Im Zuge dieser Vergütungsrunde kam es bei den an Battlefield 6 beteiligten Studios – darunter Criterion, DICE, Ripple Effect und Motive – zu Entlassungen. Genaue Zahlen zu den betroffenen Stellen nennt EA öffentlich nicht, mehrere Redaktionen wie Kotaku, PC Gamer und Massively Overpowered berichten aber übereinstimmend von Kürzungen in genau den Teams, die maßgeblich am Erfolg des Spiels beteiligt waren.

    Actionreicher Gameplay-Screenshot aus Battlefield 6 auf der Season-4-Karte Tsuru Reef
    Bildquelle: Electronic Arts, offizielles Pressematerial

    Kein Einzelfall: Warum das bei EA schon öfter für Unmut sorgte

    Vergütungsschere und Entlassungen im selben Atemzug sind bei großen Publishern kein neues Phänomen, wirken bei EA aber besonders zugespitzt: Erst kürzlich sorgten tagelange Serverprobleme bei Battlefield 6 für Frust in der Community, während EA sich zu den Ursachen kaum äußerte. Gleichzeitig bereitet das Studio laut dem jüngsten Discord-Q&A zu Season 5 bereits neue Inhalte vor – Ressourcen, die aus Sicht mancher Kritiker eigentlich in stabilere Server und mehr Personal fließen sollten. Aus unserer Sicht zeigt der Fall exemplarisch ein Grundproblem der AAA-Branche: Der wirtschaftliche Erfolg eines Spiels kommt selten bei den Entwicklerinnen und Entwicklern an, die es tatsächlich gebaut haben – sondern vor allem beim Management.

    Quelle: Massively Overpowered, PC Gamer

    Was haltet ihr von der Gehaltsschere bei EA? Diskutiert mit uns in den Kommentaren, ob Bonuszahlungen wie diese eure Kaufentscheidung beeinflussen.