Wardogs, der kommende taktische Milsim-Shooter vom Team hinter Battalion 1944, ist offiziell vorbestellbar – und liegt seither an der Spitze der Steam-Verkaufscharts für Vollpreistitel. Bereits vor dem Vorbestellstart hatte sich das Spiel unter Steams meistgewünschten Titeln festgesetzt, seitdem geht es nur noch nach oben.
Erste Eindrücke: Ein Blick hinter die Kulissen
PC-Gamer-Redakteur Morgan Park nahm an einem geschlossenen Playtest-Wochenende teil und schilderte seine rund fünf Spielstunden so eindrücklich, dass sich daraus ein eigener Erfahrungsbericht ergab. Sein Fazit vorweg: möglicherweise der nächste große Multiplayer-Shooter.
Wardogs ist reines PvP für bis zu 100 Spieler. Im getesteten Hauptmodus kämpfen drei Teams um dieselbe Kontrollzone auf einer riesigen Map – wer in der besonders umkämpften “Hot Zone” steht, zählt für die eigene Wertung doppelt. Das Format ist erkennbar vom populären Arma-3-Mod “King of the Hill” inspiriert.
Spielerisch positioniert sich Wardogs bewusst zwischen “hardcore Arma” und “im Grunde Battlefield”: zugängliches, knackiges Gunplay an der Oberfläche, darunter aber ein waschechtes Milsim-Metagame mit Forward Operating Bases, Verteidigungsanlagen und Nachschublogistik.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist laut Park jedoch die persistente Ingame-Wirtschaft: Spieler verdienen Geld für praktisch jede nützliche Aktion – Kills, Zonenpräsenz, Heilen, Transportflüge – und geben es für Ausrüstung wieder aus. Wer stirbt, verliert das investierte Loadout, was dem Spiel eine Extraction-Shooter-artige Anspannung verleiht. Besonders plastisch wird das an einer Anekdote aus dem Test: Ein Hubschrauberpilot, der ausschließlich Mitspieler transportierte und keinen einzigen Kill vorweisen konnte, hatte sich dennoch über 35.000 Dollar Ingame-Geld erspielt – unter anderem durch Trinkgelder der Passagiere. Sogar ein “Bestechungssystem” gehört dazu: Wer am Boden liegt und auf Rettung wartet, kann anderen Spielern Geld anbieten, damit sie das Risiko einer Rettung eingehen.
Die “10 Gründe, Wardogs NICHT zu kaufen”
Mitten in diesen Hype-Moment platziert Entwicklerstudio Bulkhead ein Video-Devlog, das ungewöhnlich offen mit möglichen Kaufbedenken umgeht:
- Content-Tempo: Nach dem Early-Access-Start konzentriert sich Bulkhead zunächst auf Bugfixes, Feedback und eine neue Map – regelmäßige große Content-Drops soll man laut Studio nicht erwarten.
- Preis: Die Vorbestellung kostet 39,99 US-Dollar und gewährt Beta-Zugang. Bulkheads Rat an unsichere Käufer: abwarten, die Beta ausprobieren oder notfalls den Steam-Refund nutzen.
- Sinkende Spielerzahlen: Das Studio warnt selbst vorab, dass die Spielerzahlen nach dem Launch-Peak natürlich zurückgehen werden – das sei normal. Ziel sei eine nachhaltige Community von 3.000 bis 5.000 gleichzeitigen Spielern statt ein kurzfristiger Hype-Ausschlag.
- Monetarisierung: Während der gesamten Early-Access-Phase soll es keine Monetarisierung geben – keine kaufbaren Gold-Barren, keine käuflichen Camos außer einer optionalen Supporter’s Edition. Nach dem Vollrelease (1.0) könnten laufende Betriebskosten allerdings zusätzliche Einnahmen nötig machen.
- Die Battalion-1944-Vergangenheit: Bulkhead spricht offen über das Scheitern der Kommunikation und die wirtschaftlichen Probleme rund um ihr vorheriges Spiel Battalion 1944. Wer dem Studio deswegen misstraut, solle mit dem Kauf lieber warten.
Warum die Ehrlichkeit funktioniert
Ungewöhnlich an der Aktion ist vor allem, dass ein Entwicklerteam aktiv gegen den eigenen kurzfristigen Verkaufserfolg zu argumentieren scheint – und trotzdem an der Spitze der Steam-Charts steht. Gerade vor dem Hintergrund von Parks Playtest-Bericht wirkt das stimmig: Wardogs verkauft sich nicht über reinen Hype, sondern über ein Spielsystem, das laut erster Praxiserfahrung tatsächlich hält, was es verspricht – kombiniert mit einem Studio, das seine eigene Vergangenheit nicht verschweigt.
Release: Early Access startet am 10. September, Vorbesteller erhalten bereits ab dem 21. August Zugang zur Beta.
Quelle: PC Gamer















