Horizon Hunters Gathering: Sony baut das Koop-Spiel nach schlechten Playtests komplett um

Offizielles Artwork zu Horizon Hunters Gathering von Guerrilla Games mit Hunter-Charakteren im Kampf gegen Maschinen

Sony zieht offenbar erneut die Reißleine bei einem seiner Live-Service-Projekte. Laut einem Bericht von Bloomberg baut Guerrilla Games das im Februar angekündigte Horizon Hunters Gathering seit Juni grundlegend um. Aus dem ursprünglich als Live-Service-Titel geplanten Koop-Actionspiel soll ein deutlich kleineres, klassisches Koop-Erlebnis mit Story-Modus werden.

Weder Sony noch Guerrilla Games haben sich bislang offiziell zu den Berichten geäußert. Bloomberg beruft sich auf interne Quellen, mehrere weitere Redaktionen wie Engadget, Kotaku und GameInformer bestätigen die Kernaussagen mittlerweile unabhängig voneinander.

Warum wird Horizon Hunters Gathering jetzt umgebaut?

Der Grund liegt laut Bericht in gleich drei privaten Playtests, die im Lauf des Jahres schlecht bei den Testern ankamen. Einer der Tests litt zusätzlich darunter, dass er zeitgleich mit dem großen Server-Slam-Wochenende von Marathon stattfand und dadurch kaum Aufmerksamkeit bekam. Das negative Feedback soll intern so schwer gewogen haben, dass sich das Studio für einen kompletten Kurswechsel entschied, statt am ursprünglichen Konzept festzuhalten.

Was ändert sich konkret am Spiel?

Aus dem für bis zu drei Spieler ausgelegten taktischen Koop-Titel mit Live-Service-Struktur, Roguelite-Perksystem und persistentem Social Hub soll ein traditionelleres Koop-Spiel mit festem Story-Modus und spürbar kleinerem Umfang werden. Die live-service-typischen Elemente wie dauerhafte Season-Struktur und sozialer Hub stehen laut Bericht zur Disposition. Ein Großteil des bisherigen Teams wurde bereits auf ein anderes, ebenfalls intern evaluiertes Projekt umverteilt.

Wie viel Zeit bleibt Guerrilla Games noch?

Dem Bericht zufolge hat das Studio bis Dezember Zeit, dem Management mit einem überarbeiteten Meilenstein zu beweisen, dass sich der neue Ansatz auszahlt. Offiziell gilt das Spiel nicht als gecancelt, doch der Druck auf das Team dürfte entsprechend hoch sein: Ein PlayStation-Titel, der es nach einem holprigen Neustart nicht rechtzeitig zum nächsten internen Review schafft, hat bei Sony zuletzt selten eine zweite Chance bekommen.

Ist das schon wieder ein Live-Service-Rückzieher bei Sony?

Ganz neu ist dieses Muster nicht. Seit dem Flop von Concord im Sommer 2024, dessen Server nur zwei Wochen nach Launch wieder abgeschaltet wurden, hat Sony reihenweise Live-Service-Projekte eingestampft oder umgebaut – darunter ein Multiplayer-Titel im Spider-Man-Universum, ein Live-Service-Ableger im God-of-War-Umfeld bei Bend Studio und Bluepoint Games sowie ein unangekündigtes Projekt bei London Studio. Horizon Hunters Gathering wäre damit kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine ganze Serie von Rückziehern ein, mit denen Sony seit Concord spürbar vorsichtiger an das Thema Live-Service herangeht. Aus unserer Sicht ist der Umbau trotzdem ein bemerkenswert offener Kurswechsel: Statt ein Projekt still zu beerdigen, versucht Guerrilla es öffentlich sichtbar zu retten – ein Risiko, das nicht jedes Studio eingehen würde.

Offizielles Artwork zu Horizon Hunters Gathering von Guerrilla Games mit Hunter-Charakteren im Kampf gegen Maschinen
Bildquelle: PlayStation Blog, offizielles Pressematerial

Für die Hauptreihe rund um Horizon Zero Dawn und Horizon Forbidden West hat der Umbau erst einmal keine direkten Auswirkungen – Hunters Gathering war von Anfang an als eigenständiger Ableger und nicht als Teil der Hauptstory geplant.

Quelle: Engadget, PC Gamer

Was denkt ihr: Kann der Umbau Horizon Hunters Gathering noch retten, oder folgt das Spiel bald anderen gecancelten Sony-Projekten? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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